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Hörtipps Juni

Hörtipps des Monats

HÖRTIPPS DES MONATS

"Alle Tage sollte man wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen und ein treffliches Gemälde sehen", meinte Goethe. Hat man aber keine Zeit fürs Museum, gibt es das treffliche Gemälde nun auch zum Hören. Der rasante Markterfolg der Hörbuch-Romane hat einige Kunstbuchverleger über neue Umsatzbringer nachdenken lassen.
// ULRIKE VON SOBBE
Audioguides beim Hatje Cantz Verlag

Beim Hatje Cantz Verlag ist man auf eine ebenso schlüssige wie nahe liegende Idee gekommen. Der Verlag bietet eine sinnige Zweitverwertung der Audioguides, die heute aus Kunstinstituten nicht mehr wegzudenken sind. Fast ausnahmslos werden zu wichtigen Ausstellungen tragbare Audioguides angeboten.

Ihre wachsende Beliebtheit verdanken sie nicht zuletzt der hohen Qualität, mit der die kunstsinnigen Ohrstöpsel inhaltlich und technisch daherkommen. Also gibt es nun bei Hatje Cantz zu Kunstevents, die der Verlag ohnehin mit dem Katalogbuch begleitet, eine CD mit dem Inhalt des jeweiligen Audioguides, eingelegt in ein Bilderbuch der besprochenen Werke. Praktisch die Ausstellung für zu Hause oder als Vorbereitung für die Reise an den Ort des Geschehens.

Bereits eine stattliche Anzahl von CDs ist in der Reihe Kunst zum Hören im Handel zu haben: nach Der Meister von Flémalle und Rogier van der Weyden, erscheint Giacometti, die tönende Begleitung zur Schau in der Fondation Beyeler in Basel, mit Modell Bauhaus kann man sich auf der Fahrt nach Berlin zur Ausstellung im Gropiusbau vortrefflich die Zeit vertreiben, mit Botticelli lässt sich der Kunstgenuss im Frankfurter Städel mit nach Hause nehmen, und sinnstiftende Interpretationshilfe bietet Gerhard Richter. Abstrakte Bilder. Jeder Hörgang durch etwa 30 Kunstwerke dauert 70 Minuten und kostet 16,80 Euro. Ein intelligentes Geschenk, für alle die den Kunstevent verpasst haben, oder als Anreiz, sich zu den Originalen auf den Weg zu machen – oder eben als Erinnerung an das selbst Erlebte.

Kunst mit Auge und Ohr beim Horncastle-Verlag

Bei solchen Gelegenheiten denkt Verlegerin Mona Horncastle zum Glück immer auch an die Kinder. In einer liebevoll gestalteten Reihe erleben Kids Kunst mit Auge und Ohr, entdecken bei einem Spaziergang mit Franz Marc das Springende Pferd oder erleben mit Natur pur, was Landschaften erzählen. Die Audio-CD mit Werkstattbuch kostet 19,95 Euro.

Liam Gillick, "An idea just out of reach", Brigade Commerz – Audio Arts Archives, 51 Minuten (Ausschnitt)
art-magazin Online
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Architektur und Kulturreisen mit Hörführern des Kunst + Reise Verlags

Auf die unerschöpfliche Wissbegier der Kulturreisenden baut man beim Kunst + Reise Verlag. Mit einem einführenden Kapitel kann man sich zu Hause, im Zug oder im Auto - auf den Kölner Dom, das römische Trier oder die Weißenhofsiedlung in Stuttgart vorbereiten. Vor Ort leiten die Hörführer dann auf kompetent ausgearbeiteten Rundgängen durch die Bauwerke oder kunstgeschichtlichen Ensembles. Das garantiert Freiheit in der Terminplanung und erspart dem Individualisten jegliche Abhängigkeit von Reisegruppen oder Veranstaltern. Über eine gute Stunde lang Kunsthistorie kompakt zum Preis von 16,80 Euro. Daneben startete der Verlag noch eine neue Reihe: Architektur zum Hören und Sehen bringt im Juni Schinkel in Berlin und beinhaltet ein 64-seitiges, gut illustriertes Buch kombiniert mit einer CD. So kann der Besucher vor Ort den Schilderungen lauschen, zu Hause anhand des Buches mit Lageplänen, Zeittafeln und Fotografien das Gesehene rekapitulieren (19,80 Euro).

Verlag für moderne Kunst Nürnberg: am Kneipentisch mit Martin Kippenberger

Der Verlag für moderne Kunst Nürnberg, bekannt für seine hoch ambitionierten Ausstellungskataloge und kunsttheoretischen Publikationen, tritt mit einer Reihe für Spezialisten auf den Plan: Das Team von Brigade Commerz um Robert Eikmeyer und Thomas Knoefel haben in Ton- und Rundfunkarchiven gewühlt und Originalaufnahmen von Künstlern aufgestöbert, die sie nun in der Edition Audio Arts Archives für Sammler wie Fans wieder zugänglich machen: Dann sitzen Sie mit Martin Kippenberger am Kneipentisch, erfahren von Otto Dix, wie die Gestapo in seinem Atelier gewütet hat, oder lassen sich von Liam Gillick, der im Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig ausstellen wird, seine Gedanken zur zeitgenössischen Kunst erklären. Eine knappe Stunde lang für 19,90 Euro.

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