Unser e.V.

Frankfurter Kunstverein

UNSER E.V. – Frankfurter Kunstverein
Simon Dybbroe Møllers Ausstellung "Appendix" mit der Arbeit "This Machine", 2009 (Foto: Norbert Miguletz / © Frankfurter Kunstverein)

UNSER E.V. – FRANKFURTER KUNSTVEREIN

In unserer Serie "Unser e.V." stellen wir Ihnen jede Woche einen neuen Kunstverein vor. Diesmal: zehn Fragen an Holger Kube Ventura, Leiter des Frankfurter Kunstvereins.
// SARAH OMAR

Herr Ventura, über welche Ausstellung wurde am meisten gestritten? Und warum?

Holger Kube Ventura: Als eine der abstraktesten Ausstellungen, die es zuletzt im Frankfurter Kunstverein zu sehen gab, wurde das Projekt des jungen baskischen Künstlers Ibon Aranberri, "Disorder" im Herbst 2008, diskutiert. Er zeigte unter anderem die Aktion des akribisch dokumentierten Verschließens eines Höhleneingangs in den Bergen des Baskenlandes.

Und welches war Ihre bestbesuchte Ausstellung?

"deutschemalereizweitausenddrei" im Frühjahr 2003 war die bestbesuchte Ausstellung der letzten sieben Jahre – wohl weil sie nach dem Status Quo einer nach wie vor populären Sparte der zeitgenössischen Kunst fragte.

Haben Sie eine eigene Sammlung?

Nein, haben wir nicht.

Welche Künstler würden Sie gerne einmal ausstellen?

In den nächsten Jahren werden bei uns Künstler zu sehen sein, die in ihren Arbeiten die Funktionen von Kunst in der Gegenwart lesbar und diskutierbar machen.

Wohin führte Sie die letzte gemeinsame Reise?

Die letzten beiden Mitgliederreisen führten zur Documenta 12 und nach Lissabon, wo unter anderem die Elipse Foundation, das Museo do Chiado, die Calouste Gulbenkian Foundation und einige Künstlerateliers besucht wurden.

Was war die bislang höchste Spende?

In der jüngeren Vergangenheit wurden wir jährlich neben Sachspenden mit Spenden in Höhe von etwa 10 000 Euro gefördert.

Was würden Sie Ihrem Verein generell wünschen?

Natürlich viel Resonanz, Teilnahme und Austausch. Und dass er stets – wie bislang – von engagierten Mitarbeitern, Vorständen, Beiräten, Mitgliedern, Mitmachern, Sympathisanten und Besuchern getragen und genutzt wird.

Wenn Sie kein Kunstverein wären, was für ein Verein wären Sie dann?

Ein Kultur- und Medienverein.

Wo sehen Sie den Verein in den nächsten zehn Jahren?

Der Frankfurter Kunstverein soll regional genauso gut vernetzt sein wie international und zwischen verschiedenen Akteuren des Kunstbetriebs, Off-Orten, Galerien, Künstlerhäusern, Kunsthallen, Kunstmuseen und Kunstmarkt, vermitteln. Er soll also zu einem sowohl vertikal als auch horizontal beweglichem Interface werden. Darüber hinaus soll er eine wichtige öffentliche Plattform für die gemeinschaftliche Auseinandersetzung mit Gegenwartskunst und ihren Inhalten bieten. Auf diesem Weg sind wir bereits, zehn Jahre wird es nicht mehr dauern.

Drei Gründe, bei Ihnen Mitglied zu werden?

1. Ich finde es gut und wichtig, was der Frankfurter Kunstverein macht, und will seinen Erhalt unterstützen. 2. Als Mitglied kann ich den Kurs des Vereins beeinflussen und befinde mich in einer sozialen Gemeinschaft von Gesinnungsgenossen. 3. Eine Mitgliedschaft erbringt mir finanzielle und praktische Vorteile.

Gründungsjahr: 1829. Mitgliederzahl: 1700. Altersdurchschnitt: statistisch unbekannt. Jahresbeitrag: zwischen 25 und 80 Euro. Ausstellungsfläche: ca. 800 qm. Jahresbudget: die Stadt Frankfurt übernimmt die Gebäudekosten und unterstützt den Verein zusätzlich mit zurzeit jährlich 255 000 Euro. Das Ausstellungsprogramm muss über Drittmittel realisiert werden, deren Höhe jährlich zwischen 100 000 und 200 000 Euro schwankt. Leitung: Dr. Holger Kube Ventura. Aktuelle Ausstellungen bis 14. Juni 2009: Simon Dybbroe Møller; Doris Lasch/Ursula Ponn; Saskia Holmkvist; Cova Macías; Sebastian Stumpf

"Gemeinsam in die Zukunft"

Nächste Ausstellung: Gruppenausstellung vom 10. Juli bis 4. Oktober 2009; Steinernes Haus am Römerberg Markt 44, Frankfurt am Main. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11–19 Uhr

http://www.fkv.de

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