Gerhard Richter zur Flüchtlingskrise

Richter kritisiert »Willkommenskultur«

Maler Gerhard Richter kritisiert in einem Interview die Rhetorik von Joachim Gauck und Angela Merkel: "Ich habe nie was gegen Ausländer gehabt, aber ..."
Richter kritisiert »Willkommenskultur«

Gerhard Richter im Oktober in seinem Atelier in Köln

Deutschlands bedeutendster Künstler Gerhard Richter hat das Vorgehen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck in der Flüchtlingskrise kritisiert. "Zum Beispiel die Parole von der Willkommenskultur, die wir eingeführt haben mit unserem Präsidenten. Die ist so verlogen", sagte Richter im Interview des dänischen Louisiana-Museums nahe Kopenhagen. "Das ist unnatürlich."

"Ich habe nie was gegen Ausländer gehabt, aber wenn mir gesagt wird, du musst jetzt alle willkommen heißen, dann ist das gelogen", sagte Richter. Er lade nur Menschen zum Essen ein, die er kenne, egal, welcher Nationalität sie angehörten. Zu sagen "Wir schaffen das", seien "keine Wörter".

Das Interview, das am Dienstag auf dem Videokanal des Museums veröffentlicht wurde, hatte Louisiana-Kurator Anders Kold im September mit Richter in dessen Studio in Köln geführt.

 

Gerhard Richter fotografiert von Lothar Wolleh, 1970
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