Neuer Prozess um Garagen-Picassos

Ein Sack voll Picassos

Im Berufungsprozess um jahrzehntelang in einer Garage verstaute Picasso-Werke hat ein französisches Rentnerpaar sich gegen den Vorwurf der Hehlerei gewehrt.
Ein Sack voll Picassos

Pierre Le Guennec , 71, ehemaliger Installateur für die Alarmanlagen im Hause Picasso mit Zeichnungen des Künstlers

Die Staatsanwaltschaft forderte am Montag vor Gericht in Aix-en-Provence eine Bestätigung der Verurteilung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung, wie die Regionalzeitung "Nice-Matin" berichtete. Die Rentner waren 2015 für schuldig befunden worden, den Diebstahl von 271 Werken des Malers verschleiert zu haben.

In Berufung änderte das Paar nun seine Version: Picassos letzte Ehefrau Jacqueline habe bei ihnen nach dem Tod des Malers zeitweise 15 bis 17 Säcke untergestellt, sagte der Mann. Als Dankeschön habe sie ihnen einen der Säcke geschenkt, der die Werke enthielt. Bislang hätten sie die Wahrheit verschwiegen, um das Andenken an Jacqueline nicht zu beschmutzen.

Alles nur geklaut?
Ein Elektriker sorgt mit 271 Papierarbeiten, die ihm Picasso angeblich schenkte, für eine Sensation. Eine Einschätzung von Paris-Korrespondent Heinz Peter Schwerfel

Im ersten Prozess hatten die Angeklagten noch angegeben, das Ehepaar Picasso habe ihnen die Gemälde vor dem Tod des Malers 1973 überlassen. Die Verteidigung forderte nun weitere Ermittlungen oder einen Freispruch. Das Urteil soll am 16. Dezember verkündet werden, wie die Nachrichtenagentur AFP meldete. Der aufsehenerregende Fall war 2010 bekanntgeworden, als die Rentner sich um eine Bestätigung der Echtheit der Werke bemühten.

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