Lieblink

3min

Lieblink: 3min.de

LIEBLINK: 3MIN.DE

Jede Woche präsentieren wir Ihnen einen neuen Klicktipp. Diesmal: 3min, das Videoportal für Webserien, Musikclips und Kunstinterviews. art sprach mit Bastian Asdonk, Senior Product Manager Content, über Videoportale, Kunst im Netz – und den "Tiger aus Kreuzberg".
// MARIE-HÉLÈNE VON MONTGELAS

Herr Asdonk, wie entstand die Idee zu 3min?

Bastian Asdonk: Formate und Konzepte, die anspruchsvolle und intelligente Unterhaltung für moderne Menschen bieten, finden leider immer seltener den Weg ins Fernsehen. Da passiert mittlerweile viel mehr im Internet. Doch gerade im Netz muss man mühsam die Spreu vom Weizen trennen. Die Idee hinter 3min ist es daher, eine Auswahl der besten und innovativsten Webserien der Welt zu bieten – für jeden bequem und unter einer URL erreichbar.

Daniel Richter über Hamburg, Punks und Plattencover

Warum dauern die Clips eigentlich nur 3 Minuten? Kann man in drei Minuten wirklich eine Geschichte erzählen?

Drei Minuten sind die durchschnittliche Dauer von Videos im Netz. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass im Netz die Aufmerksamkeitsspanne für Videos und andere bewegte Inhalte wesentlich kürzer ist als im TV. Wer da zu lang ist, wird einfach weggeklickt. Das kennen wir alle aus eigener Erfahrung. Natürlich erfordert es eine ganz besondere, knackige Dramaturgie, um die Zuschauer innerhalb von drei Minuten richtig zu fesseln. Es geht um mehr als eine Verkürzung langer Inhalte. Einfach um eine ganz neue Art, Geschichten zu erzählen.

Wie reagiert die TV-Industrie auf Sie? Und sehen Sie sich als Konkurrenz zu Portalen wie Youtube, Myvideo oder TV-Mediatheken?

Allein daran, dass sich eigentlich alle TV-Sender selbst im Netz engagieren und ihre Sendungen dort zeigen, sieht man, dass sie das Internet sehr wohl ernst nehmen. 3min, bewegt sich mit dem Konzept, ausschließlich professionell produzierte Webserien zu zeigen, aber zwischen Videoportalen wie YouTube, die hauptsächlich User Generated Content zeigen, und Seiten wie RTL Now, die TV-Inhalte im Netz zeigen. Kurze Episoden in TV-Qualität. Unsere ganz eigene Nische.

Norbert Bisky über seine Lieblingsbilder

"Nie zuvor war die Nachfrage nach Onlinevideos so groß wie heute", heißt es noch in Ihrer Pressemeldung. Dabei sind Videoportale wie "Zoomer" oder "WatchBerlin" bereits wieder eingestellt worden. Was wollen Sie anders machen und glauben Sie wirklich noch an die Zukunft der "Onlinevideos"?

Natürlich glauben wir an die Zukunft vom Bewegtbild im Internet! Wo sonst sollten auch in Zukunft neuartige Formate zu sehen sein? Mit der Einstellung sind wir auch bei weitem nicht alleine. Die Konzepte von Zoomer und WatchBerlin sind auch nicht wirklich vergleichbar mit 3min. Das wäre so, als wenn man auf Grund einer Krise bei sat1 alle TV-Sender in Frage stellen würde. Webserien sind ein ganz neues Medienformat, sozusagen die Übertragung des 90-Minüters aufs Internet. Das Format hat sich schon jetzt etabliert.

Hinter dem Portal steckt die Deutsche Telekom. Ist 3min ein Versuch, Bewegbilder für das Handy zu etablieren?

Eine mobile Version von 3min, zum Beispiel für das iPhone, ist in Planung. Gerade für unterwegs sind die kurzen Episoden natürlich perfekt geeignet.

Welche Webserien sind bei Ihnen am erfolgreichsten?

Die meisten Klicks verzeichnen wir momentan beim "Tiger aus Kreuzberg". Hier in Berlin ist der Tiger schon eine Kiezgröße. So erfolgreich, dass wir mit ihm eine Sendung zur Berlinale gemacht haben, die Berlinale Süper Show.

Eine Serie ist: "Art Talk!". Hier wird jeden Dienstag und Freitag ein Künstler porträtiert. Los ging es mit Daniel Richter und Norbert Bisky – nach welchen Kriterien wählen Sie die Künstler aus? Und gibt es bei der Generation "Klingelton" überhaupt eine Nachfrage nach Kunstclips?

Porträtiert werden die interessantesten zeitgenössischen Künstler aus Amerika und Deutschland, deren Themen und Werk für junge Menschen von Bedeutung sein können. Es gibt bei jungen Menschen ein starkes Interesse an Kunst, nur in einem neuen Kontext. Art Talk ist genau der Versuch, dieses Interesse an der Kunst zu befriedigen, ohne öffentlich-rechtlich belehrend zu sein.

Zahlen, bitte: Gründungsjahr: 2008. Gründer: Deutsche Telekom AG Products & Innovation. Mitarbeiter: 10. Anzahl der Beiträge: Jeweils 5 bis 7 Formate in 6 Kategorien. Klicks/Monat: keine Angabe.

Kommentieren Sie diesen Artikel

0 Leserkommentare vorhanden

Abo