Gib mir fünf!

Tipps der Woche



DIE FÜNF TIPPS DER WOCHE

Unsere Serie "Gib mir fünf!" präsentiert Ihnen jede Woche fünf Kunst-Höhepunkte, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. art-Autorin Jennifer Rumbach empfiehlt diese Woche: Krisenkunst, Kriegsgreuel und kreative Spinner.
// JENNIFER RUMBACH
Hamburg: Cash Flow

Pünktlich zur globalen Finanzkrise präsentiert die Hamburger Galerie White Trash Contemporary ihre aktuelle Ausstellung "Cash Flow": Insgesamt 17 Künstler (unter anderem Mariella Mosler, Surrend, Lilli & Lola, Sabotage, Oliver Ross, Michael Dörner) aus fünf Ländern stellen sich dem Thema "Alle reden von Krise, wir reden von Kunst" und beantworten Fragen wie: Sind Galeristen die besseren Banker?

Wie riecht eigentlich Geld? Welche Währung bevorzugen Islamisten? Und wem gehört der Brilliantring am Finger eines abgetrennten Arms? "Als kreatives Kreditunternehmen bietet White Cash Contemporary Denk-, Schnüffel- und Investmentangebote für kritische Konsumenten", meint der Galerist Nils Grossien – und bietet bis zum 26. April ein Dollar-Parfüm, collagierte Systemanalysen, Cartoons von Moll Morgengrau oder ein Denkmal für Sparschweine zum Kauf an.

Leipzig: Kreative Spinner

Künstlerisches Erforschen, Auseinandersetzung mit den vielen Gesichtern der Stadt Leipzig sowie die Geschichte und Gegenwart ihrer Heimat waren für zirka 150 Kinder, Jugendliche und Studierende die Themen, mit denen sie sich in insgesamt neun Workshops in dem Jahresprojekt "Kreative Spinner", das 2008 stattgefunden hat, beschäftigt haben. Unter Anleitung von Leipziger Künstlern wie Matthias Weischer oder Tilo Baumgärtel konnten sich die Kinder in Fotografie, Druckgrafiken, Malerei und Trickfilmen ausprobieren, und so entstanden zum Beispiel aus Erinnerungen stammende Stadtkarten in Form von Lithografien oder eine Tapete inspiriert aus Details Leipziger Parklandschaften. Vom 27. Februar bis zum 14. März stellt die "Halle 14" auf dem Gelände der Leipziger Baumwollspinnerei die Ergebnisse unter dem Titel "Die verwobene Stadt" vor.

Berlin: Eva Schlegel

Monochrom und düster kommen sie daher, die Heliogravuren von Eva Schlegel. Unwirklich wirkende Wolkengebilde in Komposition mit sehr realen Landschaften und Architekturen. Unter dem Titel "Clouds and more" präsentiert die Künstlerin eine Serie aus großformatigen Bildern auf Blei, die sich mit dem Phänomen linsenartiger, an UFOs erinnernde Wolkenformationen beschäftigt. Vom 28. Februar bis zum 3. Mai in der Galerie Charim Ungar Contemporary in Berlin zu sehen.

Heidelberg: Sandow Birk

Soldaten mit Maschinengewehren tragen eine Bahre weg – im Hintergrund brennt ein Feuer, Rauch steigt in den Himmel. Auf den Bildern von Sandow Birk herrscht Krieg. Die durch Holzschnitt-Technik entstandenen Arbeiten wirken antik, die abgebildeten Szenen historisch. Bei genauem Hinsehen findet sich der Betrachter allerdings in der heutigen Zeit wieder. In "Die Schrecken des Krieges" charakterisiert der 1962 geborene Amerikaner das Grauen, zum Beispiel den Irakkrieg, der letzten Jahre. Zu sehen ist die Ausstellung im Heidelberger Kunstverein vom 27. Februar bis 3. Mai.

Hamburg/London: Trans

"Trans" ist der Titel der aktuellen Ausstellung der Galerie der Hochschule für bildende Künste (HfbK) in Hamburg (vom 19. Februar bis 1. März). Dabei geht es um einen Austausch: sowohl von Kuratoren wie Künstlern, als auch um einen örtlichen Austausch zwischen der Galerie der HfbK und dem Projektraum "Hold & Freight" im Osten Londons. Der erste Teil der Ausstellung findet in Hamburg unter dem Titel "Thirtyeighthoursandfortyfiveminutes" statt. Initiiert wurde das Projekt von Wiebke Gronemeyer, und kuratiert wird es von "Hold & Freight", in Zusammenarbeit mit drei Londoner Künstlern (Sam Curtis, Justin Gainan und Ana Noble Nava). Thematisiert wird dabei wieder der Austausch selbst, der in Form einer kreativen Busreise von London nach Hamburg stattgefunden hat, auf der die Künstler in mehreren Zwischenstopps ein Veranstaltungsprogramm gezeigt und dieses wiederum dokumentiert haben. Übrigens kann man sich bei einem Besuch auch gleich noch die Abschlussarbeiten der 42 Absolventen der HfbK anschauen – die Diplomschau läuft noch bis Sonntag, den 1. März.

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