Hamburger Kunsthalle

Alte Meister, neue Halle

Nach anderthalb Umbaujahren startet die Hamburger Kunsthalle nun ganz neu – und feiert ab dem 30. April ihre Wiedereröffnung mit vier Gratis-Wochen und vollem Programm.
Alte Meister, neue Halle

Einladend: Der neue Eingangsbereich der Kunsthalle Hamburg

Hamburgs Plakatwände verkünden die Botschaft: "Die Kunst ist zurück." Zwar war sie in den anderthalb Umbaujahren der Kunsthalle gemäß dem bisherigen Motto "Weiter offen" nie wirklich weg. Und das Haus konnte 2015 mit einer Auswahl von Hauptwerken und Sonderausstellungen in der Galerie der Gegenwart seine Besucherzahl sogar annährend halten. Aber es stimmt schon: Was in den grundlegend renovierten Altbau-Trakten zu sehen ist (mehr dazu im nächsten ART-Heft), kommt streckenweise einem neuen Museum nahe. Viele zuvor nicht gezeigte Werke wurden aus den Depots geholt. Durchgeführt wurden Planung und Umbau als 15-Millionen-Euro-Sachspende der Stiftung von Alexander Otto und seiner Frau Dorit durch Ottos Einkaufszentrums-Konzern ECE zusammen mit dem Büro LH-Architekten.

Um den Neuanfang zu feiern, und vielleicht auch, um die Hamburger an den von Hauptbahnhof und Einkaufsstraßen wegverlegten Eingang zu gewöhnen, spendiert ECE erst einmal vier Wochen freien Eintritt, ergänzt durch viel Sonderprogramm. So werden am Eröffnungssamstag, dem 30. April, ab 14 Uhr, und am Sonntag, dem 1. Mai, von 10 bis 18 Uhr die Besucher gratis durchs Haus geführt, wo sie auch sogenannten Interventionen von Mitgliedern des Bundesjugendballetts, der Hochschule für Musik und Theater Hamburg sowie des Deutschen Schauspielhauses begegnen sollen. Am Samstagabend gibt es zudem bis spät in die Nacht Konzerte, etwa vom Barockensemble Hirundo Maris oder dem britischen Songwriter Charlie Cunningham; weitere Aufführungen folgen am Sonntag. Eröffnet werden auch fünf Sonderausstellungen: eine Retrospektive zum 90. Geburtstag der rumänischen Konzeptkünstlerin Geta Brătescu (siehe Vorbericht Seite 118), eine Ausstellung der Carceri-Grafiken von Giovanni Battista Piranesi, eine Installation der Koreanerin Haegue Yang im früheren Foyer der Galerie der Gegenwart, die Schau "Zeichnungsräume" mit rund 100 Blättern aus der Zeit von 1960 bis heute, sowie "Von der Tücke des Objekts", die erste Folge einer dreiteiligen Gegenwartskunst-Präsentation unter dem Obertitel "Honey, I rearranged the collection".

Volles Programm zur Wiedereröffnung

Bis Ende Mai ist dann jeweils eine Woche den vier Sammlungsgebieten Gegenwart, klassische Moderne, alte Meister und 19. Jahrhundert gewidmet. Dazu gehören Führungen mit den jeweils zuständigen Museumsleuten, aber auch mit Prominenten wie der Schauspielerin Hannelore Hoger und dem Fotografen Jim Rakete, Fachgespräche, Performances, Klanginstallationen oder jeweils freitags Gesprächskonzerte (die ausnahmsweise 15 Euro Eintritt kosten); so spielt am 6. Mai das Ensemble Resonanz Hanne Darbovens Streichquartett op. 26 und am 13. Mai das Mandelring-Quartett Werke von Alban Berg und Dimitri Schostakowitsch. Am Samstag, dem 28. Mai gibt es als letzten Höhepunkt eine "Nacht der Melancholie", an deren Ende um 23 Uhr ein Konzert mit dem Trompeter Till Brönner und dem Bassisten Dieter Ilg steht (30 Euro); an diesem Wochenende ist auch die große Werkschau "Manet – Sehen" (27. Mai bis 4. September, auch dazu mehr im nächsten Art-Heft) frei zugänglich.

Kunsthalle Hamburg - Wiedereröffnung

Das Eröffnungswochenende der Kunsthalle Hamburg startet am 30. April. Bis 31. Mai ist die Sammlung bei freiem Eintritt zu sehen.