Wissenschaftler sind Banksy auf der Spur

Banksy enttarnt?

Keiner hat die Möglichkeiten der Street Art so bahnbrechend erweitert wie er. Banksy kommentiert Missstände mit Humor und Geschick und trotz Weltruhms hat der Künstler aus Bristol es geschafft, ein Phantom zu bleiben. Aber wie funktioniert der Mythos Banksy? ART folgt den offiziellen und weniger offiziellen Spuren des Engländers.
Banksy enttarnt?

Werk von Banksy im "Walled Off Hotel" in Bethlehem

Dave ist ein Enthusiast. Früher hat er in einer Bank gearbeitet, was ein Alptraum gewesen sein muss, wenn man ihn heute mit den langen Haaren und dem blauen Holzfällerhemd bei seiner Tour sieht. Mittlerweile macht Dave nämlich das, was er am meisten liebt: Im Schatten der gläsernen Banktürme Londons spricht er über Street Art und verdient sein Geld damit. Genauer in Shoreditch, jenem Mekka der öffentlichen Kunst, das gleich hinter der City of London seine trotzige Existenz als kreatives Milieu behauptet. Hier führt Dave täglich Freaks, Familien und Fotografen durch die Straßen und erzählt mit Liebe und Humor die Geschichte der Vandalen.

"Vandals", so lautet die Selbstbezeichnung der Street-Art- und Graffiti-Künstler, und der bedeutendste Vandale, mit dem Dave seine Tour beginnt und enden lässt, ist für ihn eindeutig: Banksy. Wenn Dave vor den letzten Banksy-Spuren in Shoreditch steht – die von Anzeigetafeln verdeckt, übermalt oder aber von Discobetreibern hinter Plexiglas geschützt wurden – und über den Spray-Anonymous spricht, dann mit glimmender Ehrfurcht. Er nennt ihn "Punk", was aus seinem Mund klingt wie: "Gott". Und ein regelmäßiger Gast seiner "Shoreditch Street Art Tours", die Belgierin Kate, erzählt bei dieser Gelegenheit, wie sie im Oktober 2013, als ein neues Wandbild von ihm in New York auftauchte, sofort einen Flug gebucht hat und sich an der Schnitzeljagd nach den Banksys beteiligte, die unter größtem Medienrummel ab da täglich in Manhattan und Brooklyn auftauchten. 

Fans nehmen die Enttarnung von Banksy nicht zur Kenntnis

Es sind Menschen wie Dave und Kate, die den Mythos Banksy weit mehr am Leben halten als die kolportierten siebenstelligen Auktionsrekorde für seine Bilder oder das Interesse von Hollywood-Stars. Längst gibt es Banksy-Nachahmer wie die britische Künstlerin Bambi, die mit ihren gesprühten Prominenten-Porträts auf Bestellung fast genauso teuer und beliebt ist wie das Original. Was den 41-jährigen Künstler aus Bristol aber hervorhebt aus dem Heer der Street-Art-Adabeis, ist, dass der Weltruhm, den er als wichtigster Vertreter seiner Art genießt, erstaunlich wenige Kratzer an seiner Glaubwürdigkeit hinterlässt. Die Verehrung von Enthusiasten wie Dave und Kate ist ein weltweites Phänomen, gegen das auch die vielen Street-Art-Moralisten, die Banksys Erfolg im Kunstmarkt als "Sell-Out" bezeichnen, kaum Gehör finden. 

Es gibt vermutlich kein rührenderes Zeichen für die Treue der Fans zum Robin-Hood-Mythos von Banksy als die Weigerung, seine Enttarnung als Robin Gunningham anzuerkennen. Als "Mail on Sunday" 2008 nach intensiver Recherche Banksys Herkunft und Echtname veröffentlichte, erntete sie vor allem Empörung. "Warum haben Sie das getan?" schrieb ein wütender Fan: "Sie haben etwas ganz Besonderes ruiniert." Aber dieses Besondere war erstaunlicherweise größer als die Klatschpresse. Selbst Banksy-Biograf Will Ellsworth-Jones, der 2013 ein umfassend recherchiertes Porträt von "The Man Behind the Wall" lieferte, bestätigt die Richtigkeit der Geschichte, auch wenn er Banksys wahren Namen nicht wiederholt.

Tatsächlich nimmt bis heute niemand diese Enttarnung ernsthaft zur Kenntnis, obwohl sie mittlerweile auch von Wissenschaftlern der Queen Mary Universität mittels kriminalistischem Geoprofiling untermauert wurde. "Das Modell nutzt als Vorgabe die Orte von Bankys-Werken, und berechnet die Wahrscheinlichkeit des Wohnorts des 'Täters' über das Gebiet der Studie", erklärt das Team um Steven Le Comber, der eigentlich Biologe ist und mit Hilfe des "geographic profiling" die Ausbreitung von Krankheiten untersucht. 140 Kunstwerke in London und Bristol dienten als Ausgangspunkte.

Immer wieder tauchen andere Kandidaten für Banksys "wahre Identität" auf: Gerüchten zufolge soll Robert del Naja, Gründungsmitglied der aus Bristol stammenden Band Massive Attack und selbst Street Artist, hinter dem Phantom stecken. Hintergrund ist die Recherche des Journalisten Craig Williams, der herausgefunden haben will, dass Banksy-Werke immer da auftauchten, wo del Naja mit seiner Band auftrat: immerhin sieben Überschneidungen fand Williams. Neuen Schub für diese Theorie gab es vor einigen Wochen von Drum’n’Bass-DJ Goldie. Er hatte in einem Interview Banksy als "Robert" bezeichnet. Der Musiker selbst streitet die Geschichte allerdings schon länger als "leider nicht wahr" ab.

Banksy Graffiti
In seinem Filmdebüt spielt Streetartist Banksy den künstlerischen Bankrott eines aufgeheizten Kunst- und Medienbetriebs. Oder ist der Ernstfall längst eingetreten?

Banksy ist Outlaw-Held, Taktiker, Kontrollfreak

So wie Banksys Schablonen-Kunst etwas Comichaftes besitzt, so ist auch der Glaube an diese Anonymität das Produkt einer Marvel-Haltung. Zwar schützt Banksy selbst mit einer effektiven Crew aus Marketing-Leuten, Assistenten und Anwälten seinen Status als Künstler ohne Gesicht. Aber das funktioniert nur deswegen so magisch, weil alle Menschen, die mit dem Traum von Superhelden aufwachsen, eigentlich ganz glücklich sind, endlich einen echten Kunst-Zorro zu haben, der nachts maskiert seine Zeichen hinterlässt – Zeichen, die einige der bedrohlichsten Entwicklungen unserer Zeit mit Humor attackieren: die totale Überwachung, die geistige Leere des schrankenlosen Konsums, die zunehmende Besitznahme und Zerstörung der Stadt durch Profitgier, die Lügen der Werbung und die schleichende Ausbreitung kriegerischer Gewalt. 

Glaubt man Robert Clarke, der ein Buch "als Freund" über "Seven Years with Banksy" geschrieben hat, dann hat "Robin" – wie er ihn konsequent nennt – in der Millenniumsnacht 1999 den Entschluss gefasst, seine Identität zukünftig geheim zu halten. Derselbe Autor erzählt auch die Geschichte, wie es zu dem Namen kam: Als Robin Mitte der neunziger Jahre in New York weilte, um als junger Graffiti-Künstler ein Zimmer und das Foyer des legendären Street-Art-Hotels "Carlton Arms" auszumalen, wollte er sich ursprünglich "Robin Banks" – ein Wortspiel mit "Robbing Banks", Bankausrauben – nennen. Da dies für ein "Tag", also die Graffiti-Signatur, zu lang war, blieb "Banksy" übrig. Aus diesen Zeiten gibt es natürlich so viele Menschen, die wissen, wer Banksy wirklich ist, dass es sich mit Robin verhält wie mit dem gleichnamigen Comichelden. Banksys Leben wird immer wieder neu und von anderen erzählt, ergibt aber schließlich doch das schlüssige Bild eines guten Outlaw-Helden mit bestem Humor. Von einer einnehmenden Persönlichkeit erzählen diese Bruchstücke und von einem unermüdlichen Ideenproduzenten, der seinen witzigen Überfallstil in allen Kunstmedien bis zum großen Kino (mit dem oscarnominierten Film „Exit Through the Gift Shop“) beherrscht. 

Get Banksy!
Eine ganze Stadt ist hinter dem Graffiti-Künstler Banksy her, berichtet art-Autorin Claudia Bodin aus New York

Aber auch als gewieften Taktiker des Selbstmarketings und Kontroll-Freak erscheint Super-Robin in dem vielstimmigen Roman vom Sprayer, der zum Star wurde. Selbst für Romantik ist darin Platz, wenn von seiner Hochzeit 2006 in Las Vegas mit einer Charity-Lobbyistin berichtet werden kann. Jahrelange Recherchen der britischen Medien sowie zahlreiche Bücher, nicht zuletzt von Banksy selbst, schenken der sagenhaften Nachtgestalt, die, ständig verfolgt von der Polizei, die Fassaden der bürgerlichen Welt zum Widersprechen bringt, letztlich doch ein freundliches Phantomgesicht. 

Diese Freundlichkeit dürfte auch der Hauptgrund für die ungeheure Popularität Banksys bei Menschen sein, die von ihm nur die Kunst kennen. Denn was seine Vandalen-Kollegen an den gottverlassenen Straßen der Metropolen so an Bildnissen hinterlassen, das wirkt im Querschnitt doch eher düster, bedrohlich, verrätselt und getragen von der negativen Spannung einer Kunst, die in flagranti ertappt ins Gefängnis führen kann – es sei denn, es handelt sich um die seit einigen Jahren an Bauzäunen stattfindenden Street-Art-Events von Investoren und Developern, deren Resultate dann wiederum sehr nett und dekorativ sind. 

Banksy benutzt dagegen stets wiederkehrende Bildelemente, die eine klare Kritik an gesellschaftlichen Verhältnissen über herzliche Bestandteile transportieren. Seine Hauptdarsteller sind Kinder, Tiere und Ironie. Männer der Macht sind vor allem damit beschäftigt, sich zu küssen oder in Kampfausrüstung Peace-Zeichen an die Wand zu schmieren. Banksy verteilt an Affen im Zoo Schilder mit der Aufschrift "I’m a celebrity, get me out of here" und an friedliche Demonstranten Plakate mit dem Satz: "I don’t believe in anything. I’m just here for the violence." Er platziert einen Geldautomaten in ein Fenster, aus dem Zehn-Pfund-Noten mit dem Bildnis von Lady Diana fallen, lässt sein Wappentier, die Ratte, erklären: "If graffiti changed anything, it would be illegal", und sein vielleicht berühmtestes Motiv, das man weltweit auf T-Shirts, Kaffeebechern und LSD- Trips sehen kann, zeigt einen Autonomen, der einen Blumenstrauß wirft. 

Politischer Bildwitz mit Tradition

Banksy enttarnt?

Humor und Brüche gehören bei Banksy dazu.

Obwohl Banksys Motivschatz aus der linken Ikonografie, der revolutionären Schablonen-Kunst der 68er-Zeit in Paris und der Symbolik klassischer Outsider-Kunst schöpft, fehlt seinen Arbeiten der propagandistische Ernst. Er pflegt die klassische Methode satirischen Humors, das Gemeine mit dem Lieblichen lächerlich zu machen. Apache-Hubschrauber tragen rosa Haarschleifen, Weltkriegsbomben werden von Mädchen geherzt wie Lieblingspuppen, und Lenin fährt Rollschuh. Durch diese Parodie entwickeln Banksys Arbeiten eine politische Breitenwirkung, wie sie die klassische Parole kaum noch erreicht. Sie geben dem weitverbreiteten Unbehagen über unsere Gesellschaftsform einen pointierten, unverbissenen Ausdruck. Und damit steht Banksy klar in der Tradition der klassischen politischen Satire, in der Nachfolge von William Hogarth, Honoré Daumier und John Heartfield. Mit seinem ungeheuren Talent für die grafische Pointe erzeugt er aus der Störung des Asphaltfriedens einen politischen Bildwitz, und dessen stetige Originalität sichert ihm seinen Platz in der Kunstgeschichte. 

Die intelligente Satire, die Banksy handwerklich brillant wie formal scheinbar unerschöpflich seit über 20 Jahren produziert, gehört aber eigentlich gar nicht zur Street Art, sondern zur Internet-Kunst. Denn auf der Straße hat nur ein Bruchteil der Menschen, die Banksys Motive kennen, sie jemals zu Gesicht bekommen. Gerade in den Anfangsjahren seiner nächtlichen Streifzüge durch Bristol, London, Berlin oder die USA überlebten seine Eingriffe ins Stadtbild oft nur Stunden, manchmal Tage, bevor die städtischen Graffiti-Reiniger oder umherstreifende Konkurrenten sie auslöschten. Ihre Aura gewinnen Banksys Einfälle nicht vom kurzlebigen Original, sondern vom Digitalfoto, das Banksy auf seiner Website veröffentlicht. 

Dieser Internet-Hype – der durch die Hysterie gesteigert wird, wenn Banksy limitierte Auflagen seiner Motive über seinen Online-Shop "Pictures on Walls" anbietet – führte schließlich dazu, dass der Vandale vom Staat domestiziert wurde. Gemäß der alten Machtregel, wenn du deinen Gegner nicht erdrosseln kannst, umarme ihn, gilt Vandalismus, der Kunst ist, durch Banksys Erfolg als akzeptiert – weil profitabel. Spätestens seit die Stadt Bristol 2006 eine Volksabstimmung durchführen ließ, ob man ein prominentes Banksy-Werk bewahren soll oder nicht, bei der 93 Prozent für den Erhalt stimmten, ist die Stimmung gegenüber der gekonnten Verunstaltung gekippt. Wo immer – jedenfalls in Europa – ein neuer Banksy auftaucht, beeilen sich Hausbesitzer und Behörden, diese wert- und imagefördernde Attraktion zu bewahren, sie als Standortfaktor zu vermarkten oder mit der Betonsäge zu entfernen, um sie für Hunderttausende Pfund auf dem Kunstmarkt zu verkaufen.

Graffiti als Gentrifizierungsbeschleuniger

Mittlerweile wird der Spray-Zorro in Street-Art-Blogs deswegen als Gentrifizierungsbeschleuniger beschimpft. Vielleicht ist das auch der Grund, warum der lichtscheue Künstler seit fast zwei Jahren zumindest in England nichts mehr gesprüht hat. Dass kürzlich wieder ein einzelnes Werk von ihm in Bristol aufauchte – ein Liebespaar, das bei der Umarmung über die Schulter des anderen aufs Handy starrt – steht im Zusammenhang mit einem anderen schönen Zug, der Banksy so sympathisch für die kritischen Massen macht: seine Bereitschaft zur Charity. 

In zahlreichen Fällen – etwa nach der Verhaftung der russischen Künstlergruppe Voina durch Putins Schergen 2010 – hat Banksy die Verkaufserlöse seiner Kunstwerke gespendet, um zu helfen. Und auch das „Mobile Lovers“ titulierte Porträt moderner Liebesrealität in Bristol war ein Geschenk für einen bedrohten Jugendklub. Zwar ließ die Stadt als Eigentümer des Grundstücks das Werk abtransportieren, als aber Banksy in einem Brief betonte, es handele sich um ein Geschenk für den Klub, konnte es zugunsten der Institution für 403 000 Pfund verkauft werden. Dave, der Vandalen-Barde aus Shoreditch, nennt den Stifter in diesem Zusammenhang ehrerbietig "the Master".

Doch was erklärt endlich, wie aus Robin Banks in New York zuerst die Weltmarke Banksy und endlich "the Master" wurde? Obwohl Banksy in seinem Hauptkompendium "Wall and Piece" erklärt, Ruhm sei nur ein "by-product of doing something else", ist dies nur die halbe Wahrheit. Denn nachdem Banksy als unbekannter Schablonen-Abenteurer in Bristol bemerken durfte, dass seine illegalen Cartoons außergewöhnliche Aufmerksamkeit erregten, hat er wie kaum ein anderer Street-Art-Künstler systematisch seine Bekanntheit vergrößert. 

Mieser Ausblick, politische Kunst
Israel hat die Mauer zum Westjordanland gebaut, um sich vor palästinensischen Attentätern zu schützen. Nun eröffnet der Künstler Banksy ein Hotel direkt an der Sperranlage in Bethlehem

Banksy baute eine hochprofessionelle Studio-Crew um sich auf, die sogar den extremen logistischen Aufwand, im Geheimen blitzschnell riesige Ausstellungen umzusetzen, beherrscht. Die 2009 von mehr als 300 000 Menschen in zwölf Wochen besuchte Show "Banksy vs. Bristol Museum", bei der das gesamte Museum banksylike modifiziert wurde, ging in den Vorbereitungen so geräuschlos vonstatten wie seine großen Lagerhausshows in London, "Turf War" 2003 oder "Barely Legal" 2006 in Los Angeles. Selbst Sub-Unternehmer werden mittlerweile angestellt, etwa um meterhohe Banksy-Ratten in New York auf die Brandwände zu malen. Mit "Dismaland" wurde 2015 in einer englischen Kleinstadt innerhalb weniger Wochen ein kompletter Anti-Vergnügungspark aus dem Boden gestampft und in Bethlehem eröffnete Banksy 2017 das echte "Walled Off Hotel".

Banksy im Freibad
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Genauso professionell organisiert ist Banksys Verkehr mit dem Kunsthandel, wo er seine mit Gasmasken, einsamen Nazis, Einkaufswagen und CCTV-Kameras ergänzten Flohmarktgemälde verkaufen lässt. Allerdings begleitet von typischen Eulenspiegeleien. 2007, nach einer Rekordauktion seiner Werke, veröffentlichte er einen Print von der Versteigerung eines Bildes, auf dem zu lesen war: "I can’t believe you morons actually buy this shit." Vielleicht ist sich Banksy aber auch selbst im Klaren, dass seine zivilisationskritischen Interventionen auf alten Ölschinken ihr vieles Geld nicht wert sind. Gags an der Wohnzimmerwand sind auf Dauer nicht rahmenfüllend. Sie bleiben lebendig, indem sie weitererzählt werden, immer wieder aufs Neue durch ihre Originalität überraschen, so wie es Banksy auf der Straße mit seinen schlagenden Variationen über ähnliche Themen brillant gelingt. 

Die Grundidee der Street Art, die Stadt zu einer Wechselausstellung zu machen für Menschen, die nie in Ausstellungen gehen, lässt sich eben doch nicht endlos weit dehnen. Aber das Geld, das Banksy am Kunstmarkt verdient, ermöglicht ihm jenen Vandalismus im großen Stil, der vor einem Jahr New York in Atem hielt. Das große Räuber-und-Gendarm- Spiel mit den Autoritäten, die dieses Rattenrennen der Street Art in ihren Straßen unbedingt (und aussichtslos) verhindern wollten, sorgte am Ende nur dafür, dass jetzt auch jeder Amerikaner das Rotkehlchen und seine ätzende Politsatire kennt. Und für diesen Punk verehren die Enthusiasten ihren Sprühdosen-Zorro als Street-Art-Gott.

Dieser Text erschien zuerst im Art-Spezial "Street Art" und wurde aktualisiert.

Banksy
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