Neuer Mann - Berliner Museen

Neuer Direktor für Bode-Museum

Bernd Wolfgang Lindemann, Direktor der Berliner Gemäldegalerie, wird auch Direktor der Skulpturensammlung und des Museums für Byzantinische Kunst: Ein Direktor für zwei Häuser – fast schon ein kleiner Generaldirektorenposten
Neuer Direktor für Bode-Museum.:Ein Direktor für Gemäldegalerie und Bode-Museum

Prof. Dr. Bernd Wolfgang Lindemann

Nun ist amtlich, was sich schon länger abzeichnete: Bernd Wolfgang Lindemann, der Direktor der Berliner Gemäldegalerie, wird zusätzlich auch Direktor der Skulpturensammlung und des Museums für Byzantinische Kunst. Der amtierende Chef dieser beiden schon im Jahr 2000 vereinigten Institutionen, Arne Effenberger, steht unmittelbar vor dem Ruhestand. Lindemanns Berufung geht indirekt aus einer Ausschreibung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz für die Leitung der Skulpturensammlung hervor. Dort heißt es: „Gleichzeitig vertritt er/sie den Direktor der Gemäldegalerie, der auch als Direktor die Skulpturensammlung und das Museum für Byzantinische Kunst leitet.“
In der Skulpturensammlung hatte der 1951 geborene Kunsthistoriker Lindemann bereits von 1990 bis 1994 als Kustos gearbeitet, ehe er als Konservator der Abteilung Alte Meister ans Baseler Kunstmuseum wechselte und dann vor drei Jahren als Direktor der Gemäldegalerie nach Berlin zurückkehrte. Schon damals wurde spekuliert, dem vielseitigen Museumsmann solle zu gegebener Zeit auch sein früherer Fachbereich zugeschlagen werden. Diese Entscheidung ist durchaus konsequent und sowohl aus der Geschichte wie auch aus der Zukunft der Berliner Museumslandschaft zu begründen: Einerseits hat schon Wilhelm von Bode diese Sammlungen (und noch einige mehr) gemeinsam geleitet, andererseits hat Lindemann selbst vor einem Monat in einem Leserbrief an die FAZ anschaulich ausgemalt, wie Gemälde, Skulpturen und byzantinische Kunst im Bodemuseum und einem bislang nur vage geplanten Neubau am anderen Ufer des Kupfergrabens zusammen präsentiert werden sollten.
Angesichts der drei ihm unterstellten Weltklasse-Museen kommt Lindemanns neuer Posten fast einer kleinen Generaldirektion gleich. Wenn er seine Machtfülle klug nutzt, Geldgeber für das neue Haus aufzutreiben versteht und dabei ¬– unvermeidliches Risiko bei einer solchen Personalunion – keine der Sammlungen ins Hintertreffen geraten lässt, kann sein Aufstieg über den Einspareffekt hinaus erfreuliche Folgen für die Berliner Museen haben.

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