Sabine Breitwieser - Rücktritt

Nicht um jeden Preis

Die erfolgreiche Leiterin der Generali Foundation wirft das Handtuch. Sabine Breitwieser zog damit die Konsequenz aus den Plänen die Kunst-Institutionen der Bawag Gewerkschaftsbank und der Generali Versicherung Österreich zusammenzulegen
Breitwieser verlässt Generali Foundation:Protest gegen Sparmaßnahmen

Sabine Breitwieser

Seit Monaten brodelte die Gerüchteküche, mit derartigen Konsequenzen hatte die Wiener Kunstszene trotzdem nicht gerechnet: Sabine Breitwieser, die die „Generali Foundation“ seit 1991 zu einer in ihrer Form einzigartigen und international anerkannten Sammlung für konzeptuelle Kunst gemacht hat, wird ihren Posten verlassen. Unter diesen Bedingungen stehe sie nicht mehr zur Verfügung, ließ sie bei einer Pressekonferenz von ihrem obersten Chef, dem Generaldirektor der Generali Versicherung Österreichs, ausrichten. Und diese „Bedingungen“ sehen wahrlich nicht sehr rosig aus: Dem Sparstift folgend, legen die Generali und die ins Trudeln geratene österreichische Gewerkschaftsbank Bawag ihre zwei jeweils fast 20 Jahre alten, im Programm sehr unterschiedlichen Kunst-Institutionen zusammen. Örtlich, wie die Verantwortlichen nicht müde werden zu betonen. Die für ihre konzentrierten Ausstellungen meist jüngerer internationaler Kunst bekannte „Bawag Foundation“ wird ihre teure Innenstadt-Adresse in der Tuchlauben aufgeben und Richtung Karlsplatz ziehen, um am Standort der Generali Foundation in der Wiedner Hauptstraße mit dieser ungleichen Verwandten eine „Wohngemeinschaft“ mit Namen „Foundation(s) Quartier“ zu bilden, wie es Bawag-Chef Ewald Nowotny ausdrückt. Programm und Personal soll jeweils eigenständig bleiben, die Halle nach Bedarf entweder abwechselnd bespielt oder räumlich geteilt werden. Die langjährige Leiterin der Bawag Foundation, Christine Kintisch, zeigt sich zwar ebenfalls wenig erfreut von der Entwicklung, will sich die neue Situation aber erst einmal ansehen. Ihre Kollegin Breitwieser wird sie an der neuen Adresse nicht mehr empfangen.