Stasi-Kunst - Berlin

Das soll Kunst sein

Die spanische Künstlerin Dora García verkauft Stasifotos – darf sie das?
Akteneinsicht:Ärger um Stasi-Fotos

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Man sieht auf den Fotos eine rauchende Frau und nackt badende Menschen an einem Strand. Es könnten Paparazzi-Aufnahmen sein, schnell geschossen, in Schwarzweiß. Auf den Videos sieht man Leute beim Verlassen ihrer Wohnung – es sind Observationsbilder der Stasi, die die spanische Künstlerin Dora García, vertreten von der Amsterdamer Galerie „Ellen de Bruijne Projects“, vermarktet.

„Smoking Lady“ oder „Walking Man“ nennt García das Material, das sie im Fundus der Bundesbeauftragten für die Unterlagen der Staatssicherheit gefunden hat. Zwar wurden die Aufnahmen zu Forschungszwecken zugänglich gemacht, aber dass sie nun als Kunst verkauft werden sollen, sorgt für großen Ärger. Die Justiziare der Birthler-Behörde prüfen den Fall, zumal García niemanden, der auf den Bildern zu sehen ist, um Einwilligung gebeten hat. Außerdem ist ja immer noch ungeklärt: Wem gehören die Stasi-Akten eigentlich? Sind sie Eigentum des Staates oder gehören sie den Betroffenen? Die Künstlerin selbst meint, das Bildmaterial sei durch ihre Auswahl und die Rahmung der Abzüge zu ihrer eigenen künstlerischen Arbeit geworden und sei ohnehin durch die Kunstfreiheit gedeckt.