Verstorben - Neuss

Vermittler zwischen Kunst und Natur

Der Gründer und Stifter der Museumsinsel Hombroich ist tot. Karl-Heinrich Müller verstarb am Montag überraschend im Alter von 71 Jahren an einem Herzschlag
Abschied:Hombroich-Gründer Karl-Heinrich Müller ist tot

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Wer einmal dort war, wird das Insel-Paradies in der Erft-Aue bei Neuss nicht vergessen. Teiche, Brücken, Bäume, Wiesen, dazwischen Skulpturen und Pavillons, in denen Werke von Paul Cézanne, Kurt Schwitters und Jean Arp zu sehen sind. Keine Schilder, keine Erklärungen – unter dem Slogan "Kunst parallel zur Natur" sind heute auf der Museumsinsel geschätzt 800 Kunstobjekte ausgestellt. 1982 kaufte der Düsseldorfer Immobilienmakler Karl-Heinrich Müller das 28 Hektar große Gelände, hob auf dem Grundstück die Begradigungen der Rhein-Nebenarme auf und ließ die Museumsinsel Hombroich entstehen. Jährlich besuchen rund 80 000 Kunstfreunde Müllers Inselreich.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) würdigte Müller als "einen der größten Mäzene unseres Landes". Er habe in den Aufbau der Kunst-Insel "sein ganzes Vermögen und seine ganze Arbeitskraft gesteckt", sagte Rüttgers. Noch kürzlich habe er gemeinsam mit dem Museumsgründer Pläne zur Fortentwicklung der Insel diskutiert. "Die müssen wir nunmehr ohne ihn mit der Stiftung umsetzen", sagte Rüttgers. Der Bestand des ungewöhnlichen Kultur-Ortes ist durch den plötzlichen Tod Müllers nicht gefährdet.