Fälscher - Nordengland

Familien-Bande

Im British Museum war man begeistert. Was für ein großartige ägyptische Statue dieser Mr Greenhalgh aus der nordenglischen Stadt Bolton da präsentierte! Doch nicht nur die Museumsexperten gingen der Fälscherfamilie auf den Leim, auch bei Sotheby´s und Bonham´s kamen die hausgemachten Werke der Greenhalghs unter den Hammer
Aufgeflogen:Fälscherfamilie verdiente rund 1,2 Millionen Euro

Fälschung im Bolton Museum: die Alabaster-Statue einer ägyptischen Pharaonen-Tochter

Sie waren das perfekte Team: Der Sohn fälschte die Kunst, der Vater überredete Museen, Auktionshäuser und Händler, die Fälschungen zu kaufen, und die Mutter gab moralische Unterstützung. Im Reihenhaus seiner Eltern in der nordenglischen Stadt Bolton und im dortigen Gartenhäuschen malte Shaun Greenhalgh, 47, Bilder von LS Lowry und Thomas Moran, schuf ein römisches Silbertablett, eine Skulptur von Barbara Hepworth und eine ägyptische Alabasterfigur. Mindestens 120 Werke verließen das behelfsmäßige Atelier des Amateurkünstlers, der nie eine Kunstakademie besucht hatte. Und Vater George, 83, reiste nach London, New York und Paris, um sie an den Mann zu bringen.

Ganz besonders überzeugend waren Greenhalghs Imitationen der Werke des amerikanischen Malers Thomas Moran, von denen mehr als ein Dutzend bei Sotheby's und Bonham's in London versteigert wurden. Sein größter Coup war jedoch eine ägyptische Alabasterstatue der Tochter von Pharao Aknaten und Nofretete. Experten des British Museum waren begeistert und gaben grünes Licht, dem Museum in Bolton war die Fälschung 616 000 Euro wert. Das Trio verdiente, so die Polizei, mindestens 1,2 Millionen Euro. Bei ihrer Festnahme hatten sie 490 000 Euro auf ihrem Konto. Doch dann flog die Sache auf. Vater Greenhalgh legte dem British Museum ein angeblich assyrisches Steinfries zur Begutachtung vor und war bereit, es für 700 000 zu verkaufen. Ein Schreibfehler in der mesopotamischen Schrift machte die Experten stutzig. Sie kontaktierten die Polizei, die nach 18-monatiger Arbeit die Fälscher dingfest machte. Der Sohn muss nun für fast fünf Jahre ins Gefängnis, die Strafe für seine Mutter wurde auf Bewährung ausgesetzt, über die Schuld des Vaters muss das Gericht erst noch entscheiden.