Bode-Museum - Schädlingsbefall

Invasion der Parkettkäfer

Im vergangenen Dezember wurde im Parkett des ersten Obergeschosses des Berliner Bode-Museums auf der Museumsinsel ein Schädlingsbefall entdeckt. Dies erklärte heute Vormittag auf einer eilig anberaumten Pressekonferenz der Direktor des Hauses, Bernd Wolfgang Lindemann. Wie der ebenfalls anwesende Chefrestaurator, Bodo Buczynski, erläuterte, handelt es sich dabei um den holzfressenden Parkettkäfer, einen so genannten Lyctus, der sich "punktuell" im Splintholzsegment des Museumsparketts festgesetzt habe.
Invasion der Parkettkäfer:Schädlingsbefall im Berliner Bode-Museum

Mobile Mikrowellenbestrahlung: Bode-Museum-Chefrestaurator Bodo Buczynski, ein Mitarbeiter der Mikrowellenfirma und Bode-Museumschef Dr. Bernd Wolfgang Lindemann (v.l.n.r.) begutachten die neue Schädlingsbekämpfungsanlage

Das Eichenholzparkett war 2005 während der jahrelangen Komplettsanierung des Museums verlegt worden. Die Gesamtkosten der Bauarbeiten beliefen sich auf rund 162 Millionen Euro. Seit Oktober 2006 war das Museum wieder für das Publikum geöffnet. Mit Hilfe einer mobilen Mikrowellenbestrahlung soll die Käferpopulation nun bekämpft werden.

Durch die etwa viertelstündige Erhitzung des Holzes auf 60 Grad würden die Insekten vollständig abgetötet, erläuterte Buczynski das Vorgehen der Spezialisten. Deshalb müssten nahezu zwei Drittel des Obergeschosses, in dem sich unter anderem die Renaissance- und Barockabteilungen der Skulpturensammlung befinden, vorraussichtlich bis Mitte April für Museumsbesucher geschlossen bleiben. Der Eintrittspreis von acht Euro wurde bereits halbiert.

Wie beide Museumsleute betonten, sei an den Holzbildwerken des Hauses keinerlei Schädigung festgestellt worden. Dennoch würden alle Exponate aus organischem Material in den nächsten Wochen in transportablen Stickstoffzelten prophylaktisch behandelt. Zu den geschätzten finanziellen Folgen der Aktion wollten sich Lindemann und Buczynski nicht äußern. Da der Schaden versicherungstechnisch unter die Gewährleistungspflicht der Fußbodenfirma falle, entstünden dem Museum und damit der öffentlichen Hand jedoch keine zusätzlichen Kosten. "Es handelt sich nicht um Fahrlässigkeit, sondern um de facto einen Unglücksfall", erklärte Lindemann zu den Gründen des Käferbefalls.

Nach erfolgreichem Abschluss der Arbeiten wolle man seine Erfahrungen in einer Fachpublikation anderen Museumskollegen weltweit zur Verfügung stellen.

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