Anthony d'Offay - Tate

Meisterwerke zum Einkaufspreis

Kunstsammler Anthony d'Offay:Britische Museen erhalten 725 Werke

Foto: Tate

Seit Jahren wird darüber spekuliert, was Anthony d'Offay mit seiner sagenhaften Sammlung zeitgenössischer Kunst machen würde. Der frühere Londoner Supergalerist, der in den achziger Jahren den Markt dominierte und 2001 für alle überraschend seine Galerie zumachte, verhandelte angeblich mit der Tate und der schottischen Nationalgalerie in Edinburgh.

Jetzt ist klar, was mit ihr geschenen wird: d'Offay gibt 725 Werke an eben diese beiden Institute ab, nicht als Schenkung, sondern als Verkauf. Allerdings nicht zu heutigen Preisen – die Werke werden auf mindestens 125 Millionen geschätzt – sondern zu den Preisen, die er ursprünglich für sie bezahlte. Die Museen berappen lediglich 28 Millionen Pfund. Der Rabatt: 80 Prozent.

Die Sammlung ist eine Geschichte der internationalen Kunst der Nachkriegszeit, mit Namen wie Joseph Beuys, Gilbert and George, Bruce Nauman, Sol LeWitt, Jeff Koons, Gerhard Richter, Anselm Kiefer, Andreas Gursky und Damien Hirst.

D'Offay kaufte nur museumsreife Werke und versuchte, das Oeuvre eines Künstlers umfassend darzustellen. Die Arbeiten sollen in 50 "Künstlerräumen" präsentiert werden und im ganzen Land zu sehen sein. Ein Dutzend Provinzmuseen haben schon ihre Bereitschaft erklärt, einen solchen Raum zu zeigen. Man hofft, dass die ersten Räume im Frühjahr 2009 fertig sein werden.