Sabine Haag - KHM Wien

Kunsthistorisches Museum erhält überraschend neue Leiterin

Das Kunsthistorische Museum (KHM) Wien, eines der bedeutendsten seiner Art weltweit, erhält eine neue Leitung: Kultusministerin Claudia Schmied ernannte am Mittwoch die 46-jährige Sabine Haag, bisher Abteilungsleiterin des Museums, zur neuen Generaldirektorin.
Kunsthistorisches Museum Wien:Sabine Haag wird neue Generaldirektorin

Dr. Sabine Haag wird ab dem 1. Januar 2009 neue Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museums

Ungeachtet aller hochklassigen Bewerbungen für die Nachfolge des langjährigen und umstrittenen Direktors Wilfried Seipel ernannte Kultusministerin Claudia Schmied am Mittwoch die 46-jährige Sabine Haag zur neuen Generaldirektorin. Haag, bisher Abteilungsleiterin des Museums, war bereits am KHM als Wissenschaftlerin beschäftigt.

Zuletzt war sie amtierende Chefin der Kunstkammer des KHM. Nach Angaben der Nachrichtenagentur APA hatte sie selbst sich nicht um die Nachfolge Seipels beworben, vielmehr sei die sozialdemokratische Kulturministerin direkt an sie herangetreten.

"Dr. Sabine Haag ist die ideale Besetzung für das Kunsthistorische Museum", sagte Schmied. "Die beste Besetzung für das Haus kommt in diesem Fall aus dem Haus. Sie ist eine konsequente, erfahrene und innovative Arbeiterin für das Kunsthistorische Museum. Sie kennt das Haus in all seiner Vielfalt und hat in ihrer langjährigen Tätigkeit den Respekt und das Ansehen der Belegschaft gewonnen. Ihre wissenschaftliche Arbeit strahlt über die Grenzen unseres Landes. Mit ihr steuert das Flaggschiff unseres kulturellen Erbes in eine gute Zukunft."

Seipel geht zum Jahresende in den Ruhestand. Der bestbezahlte Museumsdirektor Wiens war seit Jahren umstritten. Zwar ist seine wissenschaftliche Kompetenz nicht angezweifelt worden, aber ihm wurde wiederholt organisatorische Unfähigkeit vorgeworfen. Vor vier Jahren stellte der österreichische Rechnungshof "gravierende Mängel" bei der Verwaltung des Museums vor. Im Zusammenhang mit dem sensationellen Diebstahl der "Saliera", des weltberühmten goldenen Salzfasses von Benvenuto Cellini vor fünf Jahren, wurde auch sein Rücktritt gefordert.

albi/dpa

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