Diana und Aktaion - Ankauf

Erfolgreiche Spendenaktion

Nun ist es also offiziell: Die Londoner National Gallery und die National Galleries of Scotland in Edinburgh haben gemeinsam Tizians Meisterwerk "Diana und Aktaion" für 50 Millionen Pfund vom Duke of Sutherland gekauft.
Erfolgreiche Spendenaktion:"Diana und Aktaion" für 50 Millionen Pfund gekauft

Tizian, "Diana und Aktaion", 1556/59

Die beiden Direktoren Sir Nicholas Penny und John Leighton drückten ihre Genugtuung darüber aus, dass es ihnen gelungen ist, in weniger als sechs Monaten das benötigte Geld aufzutreiben. Die schottische Regierung stellte 12,5 Millionen Pfund zur Verfügung, ebenso viel wie die National Gallery. Der Rest wurde aus Lottogeldern und anderen vor allem öffentlichen Spenden bestritten.

Lucian Freud über das Bild "Diana und Aktaion"

Das Gemälde des Renaissancemeisters Tizian (um 1488 bis 1576) und das Pendant "Diana und Callisto" gehören seit dem Ende des 18. Jahrhunderts zur berühmten Bridgewater-Sammlung des Herzogs von Sutherland, eines der reichsten Männer Großbritanniens. Mehr als 60 Jahre lang hingen die Bilder des Herzogs als Leihgabe in der National Gallery in Edinburgh, der Nukleus der Sammlung des Museums. Doch im Sommer letzten Jahres verkündete der Besitzer völlig überraschend, er wolle die beiden Gemälde verkaufen. Nach einem Aufschrei in der Presse und in der Kunstöffentlichkeit bot er sie den beiden Instituten für den Sonderpreis von 100 Millionen Pfund an.

Nächste Spendenaktion für "Diana und Callisto"

Eigentlich war der Stichtag der 31. Dezember 2008. Die Finanzierung war bis dahin weitgehend geregelt, doch die Verhandlungen über die Modalitäten der Transaktion zogen sich länger hin als erwartet. Knackpunkt war dem Vernehmen nach der Verbleib der anderen Werke der Sammlung in der National Gallery of Scotland. Zunächst hatte es geheißen, die restlichen 26 Gemälde, unter ihnen bedeutende Arbeiten von Raffael, Rembrandt, Poussin und zwei weitere von Tizian, würden nach dem Verkauf der beiden Werke für die nächsten 21 Jahre als Dauerleihgabe in Edinburgh hängen. Über den genauen Wortlaut im Kaufvertrag gab es wohl Meinungsverschiedenheiten, die jetzt beigelegt sind.

Nun müssen die beiden Institute weitere 50 Millionen Pfund für "Diana und Callisto" auftreiben. Dieses Mal haben sie allerdings mehr Zeit, nämlich vier Jahre. Die beiden Direktoren sind daher auch zuversichtlich, dass es ihnen gelingen wird, obwohl die schottische Regierung wohl kaum erneut so tief in ihre Taschen greifen wird.

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