Werner Spies - Bundes- verdienstkreuz

Engagierter Verfechter der Moderne

In Paris wurde der deutsche Kunsthistoriker und Kunstvermittler Werner Spies mit dem Bundesverdienstkreuz mit Stern auch für seine Vermittlerrolle zwischen der deutschen und der französischen Kultur ausgezeichnet.
Engagierter Verfechter der Moderne:Bundesverdienstkreuz für Werner Spies

Werner Spies (rechts) mit dem ehemaligen französischen Kulturminister Jack Lang in der deutschen Botschaft in Paris

Was hat der deutsche Kunsthistoriker, Autor, Museumsdirektor und Ausstellungsmacher Werner Spies, 72, nicht an Preisen und Auszeichnungen bekommen – Wilhelm-Hausenstein-Preis, Goethe-Medaille, Art-Cologne-Preis, Großes Bunderverdienstkreuz, außerdem wurde er zum Offizier der französischen Ehrenlegion und zum Commandeur de l’Ordre National des Arts ernannt. Jetzt bekam er "in Anerkennung seiner langjährigen Tätigkeit im kulturellen Bereich als Kunsthistoriker, Kurator und Kritiker sowie für seine besondere Vermittlerrolle zwischen der deutschen und der französischen Kultur" in der Deutschen Botschaft in Paris in Anwesenheit des ehemaligen französischen Kulturministers Jack Lang das selten vergebene "Große Verdienstkreuz mit Stern" der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Zu den dieser Auszeichnung Geehrten gehören der deutsch-französische Maler und Bildhauer Hans Arp, der Schauspieler Karlheinz Böhm, der Unternehmer und Kunstsammler Hubert Burda, der Komponist Hans-Werner Henze, der Kulturpolitiker Hilmar Hoffmann, der Schriftsteller Walter Kempowski, die Kunstmäzenin Irene Ludwig, der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki und der amerikanische Filmregisseur und Gründer der "Shoah Foundation", Steven Spielberg.

Als Freund von Künstlern wie Pablo Picasso oder Max Ernst wurde Spies früh ein engagierter Verfechter der Moderne, der sich vor allem für die deutsch-französischen Beziehungen einsetzte. In der Begründung zur Verleihung wurde eigens die wichtige Rolle von Spies für das Max-Ernst-Museum Brühl betont. Eröffnet 2005, ist es das weltweit erste und einzige Museum, das dem Werk Dadaisten Max Ernst gewidmet ist.

Spies wurde am 1. April 1937 in Tübingen geboren. Er studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Romanistik in Wien, Tübingen und Paris. 1975 bis 2002 hatte er einen Lehrstuhl für die Kunst des 20. Jahrhunderts an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf inne. 1997 bis 2000 war er Direktor des Musée National d’Art Moderne, Centre Georges Pompidou. Er organisierte eine Reihe von Ausstellungen, darunter "Paris – Berlin" im Centre Pompidou, Max Ernst in London, Paris, Stuttgart, Düsseldorf, München, Zürich, Berlin, Tokio und Madrid, Pablo Picasso in München, Köln, Frankfurt am Main, Zürich, Tokio und Kyoto) oder "La Révolution surréaliste" in Paris.

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