Depotreinigung - Kunstmuseum Stuttgart

Putzen im Depot

Auch im Kunstmuseum Stuttgart kann es staubig werden, doch geputzt wird hier nur unter Hochsicherheit und unter den strengen Blicken des Depotverwalters Axel Koch. Eine staubige Reportage.
Kehrwoche im Depot:Wie im Depot Großreine gemacht wird

Auch Depotverwalter Axel Koch kontrolliert seine Schätze regelmäßig

Wenn es um die Tür geht, ist Axel Koch ganz Gentleman. Dann stemmt er die riesige Stahltür auf und lässt die Damen rein. Kaum wird allerdings geputzt, ist es wie so oft: Die Frauen machen die Arbeit, der Mann schaut zu. Aber so muss das sein, wenn im Depot des Kunstmuseums Stuttgart Großreine gemacht wird.

Einmal im Monat rückt der Reinigungsdienst an und darf dorthin, wo außer ihm kaum jemand hindarf: in die Katakomben des Museums. Tief unter der Erde liegen die Schätze des Hauses. Der Weg führt durch nackte Flure, vorbei an Technik- und Versorgungsräumen und endet vor der dickwandigen Stahltür, über die Axel Koch herrscht. Er ist Depotverwalter. Fünf Lager besitzt das Kunstmuseum Stuttgart. Und obwohl sie von der Außenwelt abgeschottet sind und die Klimaanlage einen Gutteil des Staubes absaugt, muss regelmäßig geputzt werden – unter Hochsicherheit. Begleitet von Koch, beobachtet von Kameras, machen sich zwei Reinigungskräfte auf den Weg. In Kittelschürzen, mit Wischmopp und Putzwagen folgen sie Koch, der den Nummerncode eintippt und die Türen mit zwei funkgesteuerten Schlüsseln entriegelt.

Depots sind so aufregend wir langweilig. An riesigen verschiebbaren Stahlgittern hängt die Kunst. Wenn geputzt wird, sind sie alle auf eine Seite geschoben und man kann nur vorsichtig reinlugen zu all den Baumeisters und Hoelzels. Aber die Frauen interessieren sich ohnehin nicht für die Kunst, sie ziehen mit dem Mopp ihre Kreise, ganz vorsichtig, damit es nicht spritzt. Gefegt werden darf nicht in einem Depot, das wirbelt den Staub auf. Alles unter Kontrolle. In der Sicherheitszentrale, die die Klimawerte überwacht, sieht man am Putztag, wie die Feuchtigkeitskurve steigt. Auch die Bilder stauben ein, wenn auch nicht so stark wie im Wohnzimmer. Gelegentlich schauen die Konservatoren deshalb mit Staubwedeln vorbei, manchmal sogar mit einem Staubsauger zum Umhängen. Auch Koch kontrolliert seine Schätze regelmäßig und zieht die einzelnen Schiebewände heraus. Auf die elegant gleitenden Wände ist er besonders stolz. "Da ruckelt nix", sagt er, "damit zum Beispiel bei Dieter Krieg nicht plötzlich Ölklumpen runterfallen".

"Kehrwoche in der Staatsgalerie"

Die schwäbische Kehrwoche ist berühmt-berüchtigt und so ist auch in der Staatsgalerie Stuttgart derzeit großes Reinemachen angesagt. Am Donnerstag, 6. August, präsentiert der Kunstklub anlässlich der Depotreinigung in der Staatsgalerie ein buntes Programm zum Thema Staub und Partikel im Museum. Um Anmeldung wird gebeten unter Tel. 0711-470 40 454 oder
kunstklub@staatsgalerie.de
http://www.staatsgalerie.de/