Jan Hoet - Verdienstkreuz

Späte Genugtuung

Für seinen "Mut, Kunst auf ungewöhnlichen Wegen der Öffentlichkeit nahe zu bringen", zeichnet Bundespräsident Horst Köhler heute den belgischen Ausstellungsmacher Jan Hoet auf Schloss Bellevue mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland aus.
Leidenschaft für die Kunst:Auszeichnung für einen ungewöhnlichen Kunstvermittler

Für die Kunst im Einsatz: Jan Hoet erhielt das Verdienstkreuz

Gewürdigt werden die "außergewöhnliche Leidenschaft für die zeitgenössische Kunst", die Maßstäbe setzenden Ausstellungen wie "Chambres d’Amis" 1986 in Gent, die Documenta IX in Kassel im Jahr 1992, der Aufbau des Museums S.M.A.K. in Gent und nicht zuletzt auch sein Engagement für das Museum MARTa Herford, das Hoet im Bau von Frank Gehry als Gründungsdirektor von 2003 bis 2008 leitete.

Der international renommierte Ausstellungsmacher, Jahrgang 1936, vertrat unter anderem die These, "dass in der Provinz das ausprobiert wird, was später in den Metropolen Schule macht". In diesem Sinne ist er "stolz", die Auszeichnung auch für seinen kämpferischen Einsatz für das MARTa Herford, teilweise gegen den Willen der Herforder Bevölkerung und der Politik, entgegen nehmen zu dürfen. Jan Hoet sagt zu art: "Ich bin vor allem glücklich über die Auszeichnung, weil damit hoffentlich Herford die Augen besser gewaschen werden, was die Akzeptanz von MARTa angeht."

Der inzwischen wieder in Gent lebende Jan Hoet, der als erster Belgier mit dem Verdienstorden von der Bundesregierung ausgezeichnet wird, eröffnet am 10. Oktober seine Ausstellung "Z(ART)" in dem neuen Ausstellungszentrum Abtart in Stuttgart Möhringen. 13 Künstler setzen sich dort mit dem zarten Medium der Zeichnung auseinander.

"Z(ART)"

Termin: 13. Oktober bis 31. Januar, Abart in Stuttgart
http://www.abtart.com/