Kunstmuseum Mülheim - Finanzprobleme

Schatten über der Kulturhauptstadt

Mülheim an der Ruhr stellt sein Kunstmuseum in Frage – trotz Kulturhauptstadt 2010 und stetigem Besucherzuwachs.
Schatten über der Kulturhauptstadt:Die Kulturhauptstadt ist klamm

Droht die Schließung? Das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr in der Alten Post

Die ersten Monate der Ruhr.2010 haben sich für die Kunst gut angelassen. Innerhalb weniger Wochen wurden das Ruhr Museum sowie David Chipperfields neues Museum Folkwang glanzvoll eröffnet, zudem präsentierten sich auch weniger bekannte Häuser wie das Kunst-Quadrat in Bottrop (Bernd und Hilla Becher) mit sehenswerten und für ihre Verhältnisse gut besuchten Ausstellungen.

Ob der Zusammenschluss der RuhrKunstMuseen tatsächlich dazu führt, den abseits gelegenen Häusern ein größeres Publikum zuzuführen, wird sich wohl erst im Sommer zeigen; doch immerhin stoßen die Collection Tours, mit denen sich jeweils drei Museen unter einem gemeinsamen Gesichtspunkt vorstellen, auf durchaus beachtliche Resonanz. Allein die Stadt Mülheim a.d. Ruhr sendet ein beunruhigendes Signal: Ab 2012 soll dem Kunstmuseum in der Alten Post das mit 80 000 Euro ohnehin äußerst karge Budget für Wechselausstellungen gestrichen werden und ab dem folgenden Jahr ein privater Träger gefunden sein.

So steht es in einem Vorschlag zur Haushaltssanierung, über den im Mai entschieden wird, und der noch einen langen Schatten über die Ruhr.2010 werfen könnte. Mit 101 Jahren gehört das Haus zu den ältesten Museen des Ruhrgebiets und verfügt über eine anspruchsvolle Sammlung der klassischen Moderne. Da ein privater Träger nirgendwo in Sicht ist und das Museum nicht geschlossen werden kann, ohne dass Landesmittel in Millionenhöhe zurückgezahlt werden müssen, bliebe im Grunde nur der goldene Mittelweg: Das Haus wird den anderen RuhrKunstMuseen als Zweigstelle angedient.

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