Marlene Dumas - Craig Robins

Die schwarze Liste der Madame Dumas

Marlene Dumas' New Yorker Kunsthändler, David Zwirner, habe sich angeblich nicht an mündlich getroffene Vereinbarungen gehalten, wirft ihm der Sammler Craig Robins vor. Deswegen stehe dieser jetzt auf Dumas' schwarzer Liste und dürfe keine Billder mehr von ihr kaufen – jetzt klagt er.
Die schwarze Liste der Madame Dumas:Dumas' Sammler klagt gegen Zwirner

Die Künstlerin Marlene Dumas bei ihrer Vernissage "Marlene Dumas: Measuring Your Own Grave" in New York

Der Titel ihrer Ausstellung in New York hätte mit "Against The Wall" kaum passender sein können. So scheint es jedenfalls der Sammler Craig Robins zu empfinden, dem sich offenbar unüberwindbare Mauern in den Weg stellten, um an die begehrten Arbeiten von Marlene Dumas heranzukommen. Weil sich Dumas' New Yorker Kunsthändler, David Zwirner, angeblich nicht an mündliche Abmachungen gehalten hätte, sei er auf der Schwarzen Liste der südafrikanischen Künstlerin gelandet, behauptet Robins und verklagte Zwirners Galerie auf acht Millionen Dollar.

Viele in der New Yorker Kunstwelt fragen sich, was Craig Robins mit der Klage bewirken will. Ist das Ganze eine reine Geldsache? Geht es um gekränkte Eitelkeiten? Schließlich gilt der in Miami Beach geborene Bauherr, der sein eigenes Privatmuseum plant und sich als Strippenzieher bei der Wiederauferstehung seiner Heimatstadt versteht, als wichtige Person im Kulturbetrieb von Miami. Er sitzt im Vorstand des Miami Art Museum. Er startete die Design-Messe, die jedes Jahr parallel zur Art Basel Miami steigt. In seiner Sammlung befinden sich neben Marlene Dumas Künstler wie John Baldessari, Paul McCarthy, Mike Kelley oder Martin Kippenberger. Oder geht es Robins darum, der Welt einen tiefen Einblick in die sonst so verschwiegen ablaufenden Deals und Seilschaften des Kunsthandels zu verschaffen?

Dumas soll eine Liste mit potenziellen Spekulanten führen

Inzwischen wird der Fall vor einem New Yorker Gericht verhandelt. Robins Klage lautet folgendermaßen: 2004 hat der Sammler eine Arbeit ("Reinhardt's Daughter") von Marlene Dumas durch Zwirners Galerie verkaufen lassen. Der Deal sollte stillschweigend über die Bühne gehen – doch die Galerie, die Dumas zu diesem Zeitpunkt noch nicht vertrat, soll der Künstlerin davon erzählt haben. Seitdem ist es dem Sammler unmöglich, Arbeiten von Dumas zu kaufen, behauptet Robins. Denn die Künstlerin soll eine Liste mit potenziellen Spekulanten führen, die ihre Werke schnell zu Geld machen wollen. David Zwirner soll versprochen haben, den Namen des Sammlers wieder von der Liste entfernen zu lassen und ihm Arbeiten aus der aktuellen Ausstellung zu verkaufen – was jedoch nicht geschehen ist.

Als erster Zeuge trat der Kunsthändler Jack Tilton auf, der die Existenz der Schwarzen Liste bestätigte und wenig Positives zur Künstlerin Dumas zu sagen hatte, die früher durch ihn vertreten wurde – bevor er sie an David Zwirner verlor und bevor Dumas' enormer kommerzieller Erfolg einsetzte. Während ihre Arbeiten 2002 bei den Auktionen an die 50. 000 Dollar brachten, wurde "The Teacher" von 1987 vor fünf Jahren für 3,34 Millionen Dollar versteigert. Das Museum of Modern Art widmete der Künstlerin Ende 2008 eine große Ausstellung. Der Fall hätte keinerlei Grundlage, hieß es von Zwirners Anwälten. Der wohlhabende Robins sei vor Gericht gezogen, weil er nicht kaufen kann, was er will und wann er es will. Der New Yorker Richter versprach ein baldiges Urteil und ließ durchblicken, dass er all den Wirbel um die Kunst und das viele Geld für eine zeitraubende Veranstaltung hält. "Auf mich wartet ein Mordfall", meinte der Richter, bevor er sich verabschiedete.

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