Praemium Imperiale 2010 - Rebecca Horn

Nobelpreis der Künste" an Rebecca Horn

Die deutsche Künstlerin Rebecca Horn wird mit dem Praemium Imperiale des japanischen Kaiserhauses ausgezeichnet. Er ist mit jeweils 15 Millionen Yen (138 000 Euro) dotiert und gilt als "Nobelpreis der Künste".

Weitere Preisträger des diejährigen Praemium Imperiale sind der japanische Architekt Toyo Ito, der Pianist Maurizio Pollini, die Schauspielerin Sophia Loren und der Konzeptkünstler Enrico Castellani (alle drei Italien). Die Verleihung ist am 13. Oktober in Tokio. Gestiftet wird der Preis von der Japan Art Association. Als neuer internationaler Berater und Nachfolger von Otto Graf Lambsdorff, der 2009 starb, wurde am Dienstag in Berlin der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, vorgestellt. Lehmann, früher Chef der Preußenstiftung, würdigte den Praemium Imperiale als den weltweit höchsten Preis für zeitgenössische Kunst.

Horn bekam 1993 als erste Frau eine Einzelausstellung im New Yorker Guggenheim Museum. Ihr Werk umfasst Filme, Performances und Installationen. Sie wird in der Kategorie Skulptur und für ihre "richtungsweisenden Grenzüberschreitungen" geehrt. "Sie ist eine der Fantasievollsten, die ich überhaupt kenne", sagte Lehmann.

Castellani (Malerei) ist für seine "Bilder aus Licht und Raum" bekannt. Er bearbeitet Leinwände von beiden Seiten mit einer Nagelmaschine, so dass Reliefs entstehen. Architekt Ito entwirft leichte und transparent anmutende Bauten, die in Städten wie Paris, London, Frankfurt und Singapur zu finden sind. Gewürdigt wird auch seine Philosophie, dass der Mensch sich auf seine ursprüngliche Lebenskraft und seinen Geist besinnen können sollte.

Die Künstler bekommen bei einer feierlichen Zeremonie von Prinz Hitachi eine Urkunde und eine Medaille. Der jüngere Bruder des japanischen Kaisers ist Schirmherr der Japan Art Association. Zu den früheren Preisträgern des seit mehr als 20 Jahren verliehenen Praemium Imperiale gehören: Pina Bausch, Leonard Bernstein, Ingmar Bergman, Renzo Piano, Norman Foster, Christo & Jeanne-Claude, Georg Baselitz und Daniel Barenboim. dpa

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