Stockholmer Museum Fotografiska - Sponsoring

Geben und Nehmen

Panasonic demonstriert im Stockholmer Museum Fotografiska, wie sich Kulturförderung wirklich lohnt
Geschickt:Panasonic zeigt, wie sich Kulturförderung lohnt

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Sponsoring ist eine schöne Sache. Ein Museum bekommt Geld, um eine Ausstellung zu zeigen, die es ohne den Sponsor so und zu diesem Preis nicht zustande gekommen wäre. Der Sponsor darf sich im Gegenzug mit Namen und Logo auf Einladungskarten und im Museum für sich werben. Eine klassische Win-win-win-Situation also, bei der alle Beteiligten glücklich sein können.

Aber was ist besser als glücklich? Glücklicher! Was ist besser als Geld? Viel Geld! So dachte offenbar die schwedische Tochter von Panasonic als es darum ging, das neue Fotografiemuseum Fotografiska in Stockholm zu fördern. Im Rahmen einer Ausstellung, die im November starten soll, ist geplant, dass hier 1200 schwedische Hobby- und Profifotografen ihrer Bilder für je 15 Minuten auf Großbildschirmen im Fotografiska zeigen dürfen – sponsored by Panasonic aus Anlass der Markteinführung der neuen Lumix G2-Kamera. Doch die schwedischen Bürger, die daraufhin in der Hoffnung auf einen Museumsauftritt ihre Fotoarchiv durchstöberten oder auf Fotosafari gingen, hatten sich zu früh gefreut. Denn auf der zum Projekt gehörenden Website ist unmissverständlich geregelt, wer an der gesponserten Schau teilnehmen darf: Käufer der neuen Lumix G2 (Preis rund 600 Euro) sowie Besitzer anderer Panasonic-Kameras. Kein Museumsauftritt also ohne entsprechende finanzielle Investition ins Unternehmen.
Andere Museen und Sponsoren sollten sich von dieser Idee aus Schweden inspirieren lassen. Die von der Deutschen Bank unterstützte Deutsche Guggenheim Berlin etwa könnte den Besuch ihrer Kunstausstellungen an den Kauf von Deutsche Bank-Rentenfonds koppeln. Und das Kunstmuseums Wolfsburg sollte sich künftig nicht scheuen, von Vernissage-Besuchern die Vorlage eines VW-Leasingvertrags zu verlangen. So wäre das Kulturangebot rasch gerettet.