SOS-Kunststück - Benefizauktion

Hammer gegen Tastatur

Eine Hamburger Benefizauktion zugunsten der SOS-Kinderdörfer zeigte am Freitag, wie man Kunstwerke zeitgemäß versteigert: zugleich live im Saal und am Rechner über ebay. Obwohl die Werke anonym angeboten wurden, erzielte mit Jonathan Meese der größte Name den höchsten Preis. Und auch art-Leser waren beteiligt: Hier finden Sie die Auflösung unseres Preisrätsels aus der Oktoberausgabe

Es war nicht nur eine Benefizauktion, sondern auch ein Showdown zwischen digital und analog. Auf der Bühne im Festsaal des Hamburger Hotels Grand Elysée hatte der Berliner Anwalt und Kunstförderer Prof. Dr. Peter Raue seinen großen Auftritt als klassischer Auktionator: Er pries die Kunstwerke an, gab sich verzweifelt, wenn "außergewöhnliche", "großartige" Arbeiten zu niedrigen Geboten einfuhren, er charmierte das Publikum im Saal und strafte es, wenn er Banausentum vermuten musste. Rechts neben ihm saßen drei Herren an aufgeklappten Laptops und soufflierten einer Dame, die als "Leonie" vorgestellt wurde, die Gebote, die bei ebay online abgegeben wurden.

Der "analoge" Raue schien besonderen Ehrgeiz zu entwickeln, "dem Herrn ebay" zu beweisen, dass live immer noch besser und mehr gesteigert wird – und er behielt recht: In nur zwei von zwanzig Fällen blieb ein ebay-Teilnehmer Höchstbietender. Ein Werk von Jonathan Messe ging für 8500 Euro weg – das war diesjähriger Rekord –, ein Gemälde von Robert Lucander brachte 6500 Euro, eine Zeichnung von André Butzer immerhin 2800 Euro. Das Geld saß im Saal, nicht vor dem Rechner – die Alte Schule hatte das Duell für sich entschieden.

Zumindest an diesem Abend. Zuvor waren aber rund 50 andere Werke ausschließlich bei ebay angeboten worden. Die Benefizauktion "SOS-Kunststück" fährt zweigleisig: Jeder soll Gelegenheit haben, Arbeiten von bekannten und weniger bekannten Künstlern für einen guten Zweck zu ersteigern. In diesem Jahr geht der Erlös an Bedürftige in Lettland, wo die Finanzkrise verheerende Auswirkungen auf das soziale Gefüge hatte.

Auch art-Leser hatten die Gelegenheit, an dem Ereignis teilzunehmen. In der Oktober-Ausgabe hatten wir das Prinzip des "SOS-Kunststücks" aufgenommen, nach dem die Namen der Künstler erst nach der Versteigerung bekannt gegeben werden. 10 anonyme Werke waren im Heft abgebildet, die Leser sollten Künstlernamen entsprechend zuordnen; drei Editionen waren als Preise ausgeschrieben.

Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie, um zu erfahren, welche Künstler hinter den Bildern stecken! Wir danken allen Lesern und Usern, die sich an unserem Rätsel und an der Kunststück-Auktion beteiligt haben!

Die Gewinner benachrichtigen wir persönlich.

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