Preis der Nationalgalerie - Berlin

Die Klasse von 2011

Ein wenig filmlastig, mit großem Faible für den Blick auf untergegangene Welten eröffnete die Ausstellung der speziell für den Preis für junge Kunst der Nationalgalerie hergestellten Kunstwerke.
Schaulaufen der Nominierten:Die Ausstellung des Preises für junge Kunst

Die Eröffnung der Ausstellung zum Preis der Nationalgalerie für Junge Kunst am Hamburger Bahnhof

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Am 28. September vergibt eine hochrangig besetzte Jury den diesjährigen Preis der Nationalgalerie. Cyprien Gaillard, Klara Lidén, Kitty Kraus und Andro Wekua heißen die vier Nominierten, deren Arbeiten vom 9. September bis 8. Januar in einer Ausstellung im Hamburger Bahnhof zu sehen sind. Der Publikumspreis wird erst am Ende der Ausstellung ermittelt.

Bis dahin können Sie Ihren persönlichen Favoriten unter den vier Kandidaten wählen. art stellt Ihnen die Ausstellung der Nominierten vor und zeigt Ihnen exklusive Filme, die von der Deutschen Welle (DW-TV) in Zusammenarbeit mit den Künstlern produziert wurden.

Klara Liden

Klara Liden hat neben einer Pflanzenskulptur mit selbst gesammeltem Unkraut, die vor dem Museum aufgestellt wurde, einen sehr kurzen Film eingereicht, in dessen Verlauf sie sich selbst in einem Mülleimer verschwinden lässt. Dazu laufen Songs von Neil Young ("Helpless", gesungen von Patti Smith) und den Rolling Stones ("Gimme Shelter"). Die Arbeit der Schwedin lebt von diesem spröden Minimalismus; da ist der aus Büschen und Gewächsen geformte Container unter freiem Himmel schon ziemlich poetisch.

Cyprien Gaillard

Der Franzose Cyprien Gaillard hat mit der Kamera seines iPhones Eindrücke im Irak gesammelt: Archäologische Spuren des alten Babylon kommen ebenso vor wie schrundige Ecken und martialische Posen von Soldaten – ein im Grunde sentimentaler Film, der die Suche nach Überresten behandelt, ganz alten und denen aus dem jüngsten Irak-Krieg. Die betont trashige Ästhetik, die durch das Umkopieren der iPhone-Bilder auf das Kinoformat entsteht, unterstreicht das Moment der persönlichen Suche.

Andro Wekua

Der in Georgien geborene Andro Wekua zeigt einen magisch-phantastischen Film, in dem maskierte Menschen in einer Art Geisterhaus rätselhafte Dinge tun. Schon im Titel gibt er sich versponnen: "Never sleep with a strawberry in your mouth". Ein Pianist erweckt durch sein Spiel Personen zum Leben, die sich wie in Zeitlupe durch die abgedunkelten Räume bewegen; dazu hat Wekua eine Skulptur ohne Titel gestellt: ein Mensch liegt auf dem Boden, und sein Kopf steckt einbetoniert in einem Miniaturhaus.

Kitty Kraus

Kitty Kraus schließlich zeigt kinetische Skulpturen, die für den Besucher nicht ungefährlich sind: Zwei Griffstangen, wie man sie von Einkaufswagen kennt, werden von Motoren herumgeschleudert. So harmlos der Gegenstand ist – auf den Stangen lassen sich noch Markennamen wie „Lidl“ erkennen – so brutal wirkt die Bewegung. Man denkt an Schlagstöcke, und auch die rein technische Vorrichtung der Motoren hat plötzlich wesenhafte Züge. Naheliegend, diese Skulpturen auch als Form der Konsumkritik zu betrachten.