Kultureinsparungen in Frankreich - Paris

MONUMENTA 2013 VERSCHOBEN

Glück im Unglück: Gerüchte, die Monumenta werde komplett abgeschafft, haben sich nicht bestätigt. Doch die Sparmaßnahmen im französischen Kulturetat führen zum Aus für Neubauprojekte und bedrohen das Kultursponsoring.
Monumenta verschoben:Sparmaßnahmen treffen die bildende Kunst

Der französische Präsident Francois Hollande beim Besuch der Monumenta 2012 von Daniel Buren. Die nächste Ausgabe der populärsten alljährlichen Ausstellung ist durch Hollandes Einsparungen im Kulturetat auf einen unbestimmten Termin verschoben worden.

Frankreichs populärste Kunstausstellung, die jährlich im Pariser Grand Palais stattfindende Monumenta, wird vom Frühjahr 2013 auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, aber erst einmal nicht gestrichen. Dies meldete die französische Tageszeitung "Libération" und dementierte damit Gerüchte, die Monumenta werde abgeschafft. Die diesjährige Ausstellung, verantwortet von Daniel Buren, hatte bis Mitte Juni innerhalb von nur vier Wochen 260 000 Besucher angelockt. Für das nächste Jahr ist das russische Paar Emilia und Ilja Kabakov nominiert, und Frankreichs Kulturministerim Aurélie Filipetti hatte persönlich beiden Künstlern noch vor wenigen Wochen ihre Unterstützung zugesichert.

Das Gesamtbudget der Monumenta beträgt rund fünf Millionen Euro, wovon der Staat zwischen 25 und 40 Prozent beischießt, der Rest kommt, wie in Frankreich üblich, von Sponsoren. Doch wurde pünktlich zu Beginn der Herbstsaison bekannt, dass Frankreichs Kulturetat auf Schrumpfkurs geschickt wird und insgesamt mit drei Prozent weniger auskommen muss, was selbst unter den konservativen Präsidenten Jacques Chirac und Nicolas Sarkozy vermieden worden war. Eine vom Finanzministerium geplante Reform des Sponsoring, die französischen Firmen für die Abschreibung ihrer mäzenatischen Leistungen nur mehr die Hälfte der bisherigen 60 Prozent genehmigt, konnte Filipetti mit direkter Hilfe von Präsident Hollande für das nächste Jahr gerade noch abwehren, ist aber keinesfalls aufgegeben.

Von den angekündigten Sparmaßnahmen ist die bildende Kunst besonders betroffen. Ein für Paris geplantes Museum für Fotografie wurde gestrichen, ebenso das von den staatlichen Museen Louvre, Orsay und Centre Pompidou seit langem geforderte Zentrallager in der Pariser Vorstadt, das die Museumsschätze vor Hochwasser schützen soll. Sarkozys Lieblingsprojekt, ein Museum der französischen Geschichte, wurde ebenso wie das neue prähistorische Zentrum "Lascaux 4" gestrichen, die Einrichtung eines groß en Atelierhauses im Pariser Norden verschoben.

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