Kleine Hufeisennase - Retter des Weltkulturerbes

Fledermaus verhindert Baubeginn der Waldschlösschenbrücke

Umweltschutzverbände stoppten per Eilantrag vor Gericht den Beginn der Bauarbeiten zur Waldschlösschenbrücke in Dresden
Vom Aussterben bedroht:Gerichtsbeschluss stoppt Brückenbau

Rettet den Status Dresdens als Weltkulturerbe: die kleine Hufeisennase

„Die kleine Hufeisennase im Aufwind” ist, man glaubt es kaum, der Titel eines Buches, das sich mit einer Fledermausart beschäftigt. Die war vorm Aussterben bedroht, jetzt aber, so der Haupt-Verlag zu diesem Druckerzeugnis, naht Rettung: „Die kleine Hufnase erforscht – Probleme erkannt – Maßnahmen ergriffen – schon bald gerettet!”

Der Winzling mit einer Flügelspannweite von 25 Zentimetern wird wohl zu einem der populärsten Tiere Deutschlands werden. Denn ihm gelang, was weder Politiker, Denkmalschützer oder Bürgeriniativen zustande gebracht haben: Er stoppt den Bau der umstrittenen Waldschlösschenbrücke vor den Toren Dresdens und könnte damit den Status Dresdens als Weltkulturerbe erhalten.

Weil die kleine Hufeisennase, korrekterweise Rhinolophus hipposideros, es sich im Elbtal gemütlich gemacht hat, aber nur noch in einer Stückzahl von gerade mal 650 Exemplaren, haben die Naturschutzverbände Grüne Liga, NABU, und BUND vor dem Verwaltungsgericht Dresden einen Eilantrag gestellt, um die Bauarbeiten, die am Montag beginnen sollten, zu verhindern. Das Regierungspräsidium wird diesen Entscheid natürlich nicht klaglos hinnehmen – bis das Verfahren durch alle Instanzen gegangen ist, könnten zwei bis drei Jahre vergehen.