Ullens Center Beijing - Direktorenwechsel

Neuer Direktor nach nur vier Monaten

Europäer ersetzt Chinesen:Jerôme Sans neuer Direktor des "UCCA Beijing"

Das "Ullens Center For Contemporary Art": Jerôme Sans geht nach Peking

Im November vergangenen Jahres wurde in Peking das private "Ullens Center for Contemprorary Art" (UCCA) gegründet, ein in zwei Fabrikhallen untergebrachtes Kunstzentrum, das der belgische Lebensmittelunternehmer und Kunstsammler Guy Ullens ganz der chinesischen Gegenwartskunst gewidmet hatte. Zur Eröffnung kam die internationale Kunstprominenz nach Peking – eine ganz bewusste Geste von Ullens, wie er art gegenüber betonte: Man habe das tun müssen, "um in den Augen der Chinesen bestehen zu können. In China gibt es immer noch ein starkes Gefühl der Unterlegenheit der eigenen Kultur. Und man wollte sehen, ob wir dort nur etwas zweiter Klasse machen oder etwas, das auch vor der internationalen Kunstgemeinde Bestand hat."

Umso mehr erstaunte jetzt die Meldung, dass der chinesische Gründungsdirektor Fei Dawei, ein Kunstkritiker, der Ullens und seiner Frau vor allem auf chinesische Video-, Installationskünstler und Bildhauer monumentaler Skupturen aufmerksam gemacht hatte, nun gegen einen Europäer ausgetauscht wird. Nach nur vier Monaten übernimmt Jerôme Sans, Gründungsmitglied des Pariser Palais du Tokyo und künstlerischer Direktor des Baltic Kunstzentrums im britischen Gateshead, die Führung des Hauses.

Dawei soll aus der Verwaltung abgezogen werden und sich künftig um die Forschung kümmern. Während Fei Dawei – wie es heißt verärgert – zu keinerlei Kommentar bereit war, wiegelte die Pressestelle des UCCA ab: Fei Daweis Aufgabe sei lediglich gewesen, "das Zentrum zu einem Museum aufzubauen". Allerdings war Dawei zur Gründungspressekonferenz im November als "Fulltime- und Langzeitdirektor" präsentiert worden. Petra Bosetti

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