Protestbrief - British Council

Künstler kritisieren Umstrukturierung

Protestbrief an das British Council:Künstler kritisieren Umstrukturierung

Der British Council, Großbritanniens internationale Organisation für Bildung und Kultur, in der Kritik

In einem Leserbrief an die Tageszeitung "The Guardian" sprechen 118 Künstler, Galeristen und Museumsdirektoren ihre Besorgnis über geplante Veränderungen in der Kulturarbeit des British Council aus.

Zu den Unterzeichnern gehören unter anderen Nicholas Serota, Direktor der Tate, Norman Rosenthal von der Royal Academy, Galeristen wie Jay Jopling von White Cube und Künstler wie Lucien Freud, Bridget Riley, Gilbert & George, Antony Gormley und Rachel Whiteread.

Dem Vernehmen nach plant die Organisation, das britische Äquivalent zum Goethe-Institut, die Auflösung der einzelnen Kulturabteilungen wie Theater, Musik und Bildende Kunst und ihre Subsumierung in einer "multidisziplinaren Abteilung". Die Unterzeichner fragen, warum der British Council "drauf und dran ist, ohne Konsultation den besten Weg zu verlassen, kulturelle Beziehungen durch die Künste herzustellen".

Sie wehren sich vor allem gegen den Verlust der Abteilung Bildende Kunst, die mit jährlich mehr als 60 wichtigen Ausstellungen die zeitgenössische Kunst Großbritanniens im Ausland, vor allem in so schwierigen Ländern wie Iran und China, bekannt gemacht hat und auch für den britischen Pavillon auf der Biennale in Venedig veantwortlich ist. Noch sei nichts entschieden, konterte Venu Dhupa, die neue Kulturchefin des British Council, im "Guardian", und sie verstehe nicht, wie sich die Unterzeichner gegen etwas wehren könnten, das sie noch gar nicht kennen.

Das Ziel der Umstrukturierung sei, "sicherzustellen, dass die Künste eine strategische Kraft zur Transformation sind". Der Prozess werde "nahtlos" verlaufen. Die Künstler sehen das anderes: Für sie wäre die Aufgabe ihrer Abteilung "ein unerklärlicher und tragischer Verlust".