Peter Friedl - Gegen Vincent Award

Probleme mit der Ethik

Der österreichische Künstler Peter Friedl will nicht mehr Kandidat für den niederländischen Vincent Award sein

Der Vincent Award, gestiftet von der niederländischen "Broere Charitable Foundation" und verliehen im Amsterdamer Stedelijk Museum, ist mit 50 000 Euro dotiert und einer der wichtigsten Kunstpreise Europas. Jeder der fünf Nominierten müsste sich eigentlich die Freudentränen aus den Augenwinkeln wischen, sollte man meinen. Nicht so der österreichische Künstler Peter Friedl, der zu den fünf Auserwählten des Jahres 2008 gehört. Am Rande der Eröffnung der Ausstellung "The Vincent Award" im Stedelijk Museum wurde bekannt gegeben, dass Friedl nicht mehr am Wettbewerb teilnehmen wolle.

Friedl, so die Ankündigung, bedauere seine ursprüngliche Entscheidung, sich am Vincent Award zu beteiligen und gab "ethische Einwände" als Grund an. Wie sich herausstellte, hatte Friedl offensichtlich schon vor einiger Zeit den Wunsch geäußert, aus der Shortlist gestrichen zu werden, weil er Zweifel gehegt habe, ob es "wirklich demokratisch" zugehe. Das Museum betont dagegen, dass Organisation und Ausstellung von Anfang an "transparent" gewesen seien. Der Gewinner des Vincent Award wird am 12. September bekannt gegeben.

Peter Friedl war der Urheber eines der markantesten Kunstwerke der Documenta XII (2007) in Kassel: Von ihm stammt die ausgestopfte afrikanische Giraffe ("The Zoo Story"), die in der Documenta-Halle aufgestellt war. Petra Bosetti

Ausstellungen der Kandidaten

Termin: 20. Juni bis 30. September
http://www.stedelijk.nl/

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