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Ekosystem

Lieblink: Ekosystem

LIEBLINK: EKOSYSTEM

Jeden Dienstag präsentieren wir Ihnen einen neuen Klicktipp. Diesmal: das Graffiti-Magazin Ekosystem. art sprach mit dem Gründer Eko über Idee und Konzept, neue Graffiti-Trends – und seine Favoriten für die Post-Banksy-Ära.
// LEONARD SEYFARTH

Warum gibt es Ekosystem?

Ekosystem ist 1999 gegründet worden, weil noch keine Webseite existierte, die sich Graffiti widmete, das ich mag. Für mich war das auch ein Weg talentierte Graffiti- und Street-Artists einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen. Was auf der Seite zu sehen ist, wird immer als "Street Art" oder "Post-Graffiti" bezeichnet. Meine Defintion heißt "Non-Hip-Hop-Graffitti".

Was ist Dein Ziel?

Ich will Graffiti zeigen, ganz egal aus welchem Land oder wie berühmt die Künstler sind. Ich fokussiere mich dabei auf nicht-kommerzielle Arbeiten. Mode-Accessoires, die von Künstlern designed werden, finde ich uninteressant. Ich suche das Originäre, Interessante und Aufregende. Das kann ein naiver Schriftzug von einem dreizehnjährigem Teenager sein oder eine konzeptuelle Installation eines etablierten Künstlers.

Ein Großteil der Street Art ist illegal. Ist Ekosystem deshalb in Konflikt mit dem Gesetz?

Ich lebe und arbeite in Frankreich. Hier hat die nationale Eisenbahngesellschaft versucht, Graffiti-Magazine zu verklagen, weil sie ihre bemalten Züge zeigen. Sie haben es nicht geschafft. Nein, ich hatte wegen Ekosystem nie Probleme mit dem Gesetz.

Wie verändern sich Graffiti oder Street Art und welche Trends entwickeln sich heute?

Was einmal Untergrund und noch sehr klein war, ist jetzt in jedem Magazin und wird sogar auf vielen Kunstschulen gelehrt. Allgemeine Trends leiten sich meistens von dem Street Artist der Stunde ab. Wegen des unübersehbaren Einflusses von Shepard Faireys "Propaganda"-Style wurde Street Art vor sieben Jahren allgemein "Propaganda" genannt. Dann überfluteten Sticker die Innenstädte, jeder kreierte und tauschte seine Sticker. Natürlich wollte vor drei, vier Jahren dann jeder den Banksy-Style mit Schablonen machen. Im Moment hat Blu viele Jünger, die seine Fassaden-Bilder reproduzieren. Außerdem sind "Fluo Colors", leuchtend flouresziernde Signalfarben, gerade ganz groß.

Wer ist der nächste Superstar der Post-Banksy-Ära?

Blu ist der absolute Favorit. Er ist sehr aktiv, seine Bilder sind großartig, seine Technik rockt, und im Gegensatz zu einigen anderen Künstlern scheint er nicht bereit zu sein, für Geld Kompromisse einzugehen. Künstler, die Straßen-Installationenn machen wie Brad Downey, The Wa oder Lignes Rouges, könnten genauso der nächste Überhit sein. Ihre Werke sind nur leider nicht so leicht verkäuflich wie Banksy-Leinwände.

Wer schickt Dir Bilder?

Einige Bilder bekomme ich von Freunden und durch persönliche Beziehungen. Der Großteil des Bildmaterials kommt aber von internationalen Künstlern, die ihre Werke auf Ekosystem zeigen wollen.

Was wird aus Ekosystem in zehn Jahren?

Das kann ich nicht sagen. Das Internet verändert sich so rasend schnell. Die aktivsten, produktivsten Städte werden nicht mehr dieselben sein. Ich weiß überhaupt nicht, ob es noch relevant sein wird, Fotos zu präsentieren.

Und was ist Dein Lieblink? Dreimal Fotos, Fotos und noch mehr Fotos: Subaquatia, Ffffound! und C-Monster.

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2 Leserkommentare vorhanden

ale

17:41

20 / 09 / 08 // 

info@fatbombers.com

can we have this in english?

* Alain

10:10

22 / 09 / 08 // 

translation...

Hi Ale, sorry, we don't have the interview in english... You can try to read it via a website-translater, e.g. http://de.babelfish.yahoo.com/translate\_url?doit=done&tt=url&intl=1&fr=bf-home&trurl=http\%3A\%2F\%2Fwww.art-magazin.de\%2Fszene\%2F10179.html&lp=de\_en&btnTrUrl=Übersetzen The translation is not perfect, but helps to understand i little bit ;) All the best & greetings from Hamburg, * Alain

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