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Mehr als Malen nach Zahlen
Bookmarks – die Lesetipps von art

MEHR ALS MALEN NACH ZAHLEN

Die Kunstwelt folgt ihren ganz eigenen Gesetzen – drei Bücher versuchen, diese Gesetze zu erklären.
// ULRIKE VON SOBBE, ADRIENNE BRAUN
Cai Wagner: Eine Galerie finden. Ratgeber für Künstler

Natürlich hat Cai Wagner auch an seinen Vorteil gedacht. Täglich bewerben sich bei dem Berliner Galeristen Künstler – vergeblich. Deshalb hat er den Ratgeber "Eine Galerie finden“ geschrieben, eine Handreichung für Künstler, die sich auf das Relevante konzentriert: Wie findet man eine passende Galerie und lassen sich Kontakte knüpfen?

Welche Fehler sollte man vermeiden? Was sagt man beim ersten Telefonat? Vieles, was Wagner schreibt, sollte selbstverständlich sein – dass man nicht unangemeldet in der Galerie steht, Originale verschickt oder sein Konzept nicht benennen kann. Die Realität beweist offensichtlich das Gegenteil und zeigt, wie wenig Kunststudenten auf den Markt vorbereitet werden. Der Autor, selbst leidgeprüft, doziert nicht oder greift auf Coaching-Floskeln zurück, sondern erläutert gut lesbar die Mechanismen des Marktes, um Galeristen die Arbeit zu erleichtern – und Künstler vor Enttäuschungen zu schützen. Wobei seine erste Lektion wohl die schwierigste ist: die "schonungslose Selbsteinschätzung“. Adrienne Braun

Jovis Verlag. 144 S., mit 10 Grafiken, 16,80 Euro

Wolfgang Völcker (Hrsg.): Was kostet Kunst

Eigentlich gilt immer noch der Satz: "Der Wert eines Kunstobjekts richtet sich danach, was jemand dafür zu zahlen bereit ist." Doch welche Maßstäbe jenseits der persönlichen Einschätzung anzulegen sind, um die Preisfindung für ein Kunstwerk nachvollziehbar zu machen, versuchen zwei Bände – Erkenntnis stiftend – zu ergründen. Wolfram Völcker hat ein Handbuch für Sammler, Galeristen, Händler und Künstler zusammengestellt, lässt Fachautoren juristische, restauratorische und kunsthistorische Seiten beleuchten. Entstanden ist ein Ratgeber, der jedem, der Kunst kaufen möchte, hilfreiche Tipps an die Hand gibt. Ulrike von Sobbe

Hatje Cantz Verlag. 152 S., 28 Abb., 19,80 Euro

Jacqueline Nowikovski: Der Wert der Kunst

Auch Jacqueline Nowikovsky ist in ihrer Studie dem "Wert der Kunst“ auf der Spur. Dabei hat sie vorrangig den zeitgenössischen Kunstmarkt im Blick, untersucht welchen Einfluss Galeristen, Auktionshäuser, Museen oder Privatsammler auf die Preisentwicklung von Kunstwerken haben und befasst sich mit der vieldiskutierten Frage, ob denn der Preis eines Kunstwerks tatsächlich mit dessen Qualität gleichzusetzen sei. Dabei schöpft die Autorin aus dem Fundus eigener Erfahrung, lange Zeit hat sie selbst im Kunstbetrieb gearbeitet. Ulrike von Sobbe

Czernin Verlag. 224 S., 24,90 Euro

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