Update

Vilnius

Nach dem Beben
Rund 65 Kilometer nördlich von Vilnius wurde dieser futuristische Koloss in die litauische Landschaft gebaut: das Ethnokosmologische Museum. (Courtesy: Ethnokosmologisches Museum)

NACH DEM BEBEN

Unsere Serie "Update" präsentiert Ihnen jeden Monat die schönsten Kunstorte einer Stadt. Diesmal: Vilnius.
// MIRJA ROSENAU

2009 feiert nicht nur Litauen seinen 1000. Namenstag; Vilnius ist auch europäische Kulturhauptstadt. Allein: Für ein stattliches Kulturprogramm fehlt der von der Wirtschaftskrise schwer gebeutelten litauischen Kapitale das Geld.

Ihre über 20 Kirchen immerhin haben das Finanzmarktbeben unbeschadet überstanden. Die schönste unter ihnen ist die aus 33 verschiedenen Ziegelarten erbaute Annenkirche, die Napoleon seinerzeit so begeistert haben soll, dass er sie auf Händen nach Paris tragen wollte. Auch die neue National Gallery of Art/NGA, die in einem restaurierten und erweiterten Sechziger-Jahre-Bau vor allem litauische Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts zeigt, konnte im Juni noch wie geplant eröffnen.

Die vom Contemporary Art Centre/CAC ausgerichtete 10. Baltic-Triennale rückt ab 25. September unter dem Titel „Urban Stories" Vilnius' Randbezirke in den Blick; ein Hauptschauplatz ist die einstige Lenin-Poliklinik. Die Galerie Tulips & Roses stellt parallel den jungen litauischen Künstler Gintaras Didiapetris vor. Zwei berühmte Exil-Avantgardisten stammen aus Litauen: George Maciunas und Jonas Mekas, die das 2007 eröffnete, eine reiche Experimentalfilm- und Fluxussammlung beherbergende Jonas Mekas Visual Arts Centre ehrt.

Am Ufer der Neris kann man schon mal das Bauland für das Vilnius Guggenheim Hermitage Museum besichtigen. Die Eröffnung des von Zaha Hadid entworfenen 75-Millionen-Euro-Hauses wurde allerdings erst ins ferne Jahr 2013 verlegt. Was uns die Sterne vorher noch bringen, erfährt man rund 65 Kilometer nördlich von Vilnius: Hier wurde mitten in die bezaubernde Landschaft ein kolossales, an eine Raketenabschussrampe erinnerndes Ethnokosmologisches Museum gebaut. Es untersucht die Bande zwischen Kosmos und Menschheit und rühmt sich, das weltweit erste seiner Art zu sein. Eines der kuriosesten ist es ganz sicher.

Kommentieren Sie diesen Artikel

0 Leserkommentare vorhanden

Abo