Leipzig: Obdach für Gängeviertel-Besetzer
Nach Angaben der Gängeviertel-Initiative vom Donnerstag seien die rund 200 Künstler vom Leipziger Bürgermeister und Beigeordneten für Stadtentwicklung, Martin zur Nedden, in die Musikstadt eingeladen worden. In seinem Schreiben heißt es: "Gerne bestätige ich (...), dass die Stadt Leipzig, (...) gern bereit ist, für den Fall, dass Personen aus dem Kreis der o.g. genannten "Hausbesetzer" Interesse haben, Leipzig mit seinen Potenzialen kennenzulernen (...), im größtmöglichen Rahmen unterstützend tätig zu werden." Auch die städtische Wohnungsbaugesellschaft habe bereits Hilfe signalisiert.
Am 22. August hatten die Künstler die seit Jahren leerstehenden Gebäude in der Innenstadt besetzt und dort Ateliers und Galerien eingerichtet. Sie wollten damit sowohl auf die Raumnot Hamburger Künstler aufmerksam machen als auch die Gebäude vor dem Verfall bewahren. Unterstützt wurden sie dabei vom Maler Daniel Richter. Der ehemalige Hausbesetzer der Hafenstraße gilt als kreativer Superstar der modernen Kunst und Botschafter Hamburgs in der Welt. Die Gängeviertel-Initiatoren erklärten am Donnerstag: "Mit Freude folgen wir einer Einladung aus Leipzig und hoffen dort interessante Anregungen zu bekommen."
Am vergangenen Dienstag hatte sich die Stadt Hamburg mit den Kreativen auf eine vorübergehende Teilnutzung geeinigt. Demnach darf die Künstlerinitiative im Erdgeschoss der nicht vermieteten Häuser ihre Werke ausstellen. Eigentümer ist der niederländische Investor Hanzevest, der die Gebäude von der Stadt erworben hat. Er möchte Büros und Wohnungen bauen, sofern er das dafür notwendige Geld zusammenbekommt. Rund 80 Prozent der historischen Gebäude sollen dann abgerissen werden. dpa
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