Bachstitz-Erben erhalten Raubkunst zurück

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin hat zwei Kunstwerke an die Erben des von den Nazis verfolgten jüdischen Kunsthändlers Kurt Walter Bachstitz zurückgegeben.

Der Verkauf der beiden Objekte durch die Kunsthandlung Bachstitz 1943 sei als verfolgungsbedingtes Geschäft einzuordnen, erklärte Stiftungspräsident Hermann Parzinger am Dienstag. Sein Haus habe sich deshalb zur Rückgabe entschlossen.

Bei den beiden Kunstwerken handelt es sich um eine aufklappbare Schreibtafel aus der Zeit um 1500 sowie um einen reich verzierten Bronzemörser aus der Renaissance-Zeit.

Sie waren in Bachstitz' Besitz, bis das damalige Schlossmuseum Berlin sie 1943 von seinem Kunsthandel in Den Haag kaufte. Der schon seit Jahren von den Nazis verfolgte Bachstitz stand zu dieser Zeit massiv unter Druck, vorübergehend war er inhaftiert. 1944 konnte er der Deportation in ein KZ nur durch Flucht in die Schweiz entgehen.

Nach dem Krieg gingen die beiden Kunstschätze vom Schlossmuseum an die Nachfolgeinstitution, das Berliner Kunstgewerbemuseum, über. Dieses gehört zur Preußen-Stiftung, die jetzt die Rückgabe beschloss. Der Anwalt der beiden Bachstitz-Erben sprach den Angaben zufolge von einer "beispielhaft unvoreingenommenen Prüfung" durch die Stiftung. dpa

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