Moskau: Theaterstück zu Pussy Riot

Kulturkampf in Russland als Spektakel: Ein Jahr nach der Inhaftierung der Frauenpunkband Pussy Riot lässt der Schweizer Regisseur Milo Rau in Moskau die Gerichtsprozesse gegen diese und andere Künstler noch einmal Revue passieren.

Mit Pussy-Riot-Mitglied Jekaterina Samuzewitsch, Juristen, Politikern und Geistlichen begann am Freitag das dreitägige Theaterstück am Sacharow-Zentrum. Sie wolle erneut für die Freiheit der Kunst sowie das Recht auf Meinungsäußerung eintreten, sagte Samuzewitsch vor Beginn der Show mit authentischen Akteuren.

Die Aktivistin war mit ihren Mitstreiterinnen Maria Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa vor einem Jahr festgenommen worden, nachdem sie mit Strumpfmasken vermummt in einer Kirche gegen Kremlchef Wladimir Putin protestiert hatten. Ein Gericht verurteilte die Frauen wegen Rowdytums aus religiösem Hass zu je zwei Jahren Straflager, allerdings kam Samuzewitsch später zur Bewährung auf freien Fuß.

Auch andere russische Künstler, die in ihrer Heimat Justizwillkür beklagen, haben sich für das bis Sonntag angesetzte Spektakel angekündigt. Raus Performance wird auch vom Goethe-Institut sowie anderen deutschen Stellen unterstützt. Menschenrechtler forderten erneut die Freilassung der Pussy-Riot-Musikerinnen und kritisierten das Vorgehen gegen die Aktivistinnen als politisch motiviert. dpa

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