Spardebatte um Museum Kunstpalast

Trotz überregional erfolgreicher Ausstellungen ist das renommierte Museum Kunstpalast in Düsseldorf von einer Spardebatte erfasst worden.

Eine Unternehmensberatung hat auf Initiative des Hauptsponsors Eon das städtische Museum unter die Lupe
genommen. Insgesamt seien rund 120 Sparmaßnahmen benannt worden. Mit dem Museumsvorstand werde "in den nächsten Monaten" geklärt, welche Sparvorschläge umgesetzt werden könnten, sagte der Düsseldorfer Kulturdezernent Hans Georg Lohe am Dienstag der dpa. Beschlüsse gebe es noch nicht. "Aber es gibt eine klare Erwartungshaltung."

Die schuldenfreie Stadt Düsseldorf erwartet im laufenden Jahr
einen Gewerbesteuereinbruch um rund 150 Millionen Euro und will auch andere Kulturinstitutionen auf ihre Effizienz prüfen. Mit Kunstpalast-Direktor Beat Wismer wurde anscheinend nicht über sämtliche Details des Berichts der Unternehmensberater gesprochen: "Ich kenne diese ominösen 120 Punkte nicht", sagte er am Dienstag. Die Stadt Düsseldorf erklärte hingegen, bei einer Kuratoriumssitzung am 11. Oktober, bei der der Direktor anwesend gewesen sei, habe man "ausführlich über den Bericht der Unternehmensberatung gesprochen, wenngleich der Bericht nicht verteilt wurde". Dass der kaufmännische Direktor des Museums, Carl Grouwet, nach der Präsentation seinen Rücktritt zum 31. Oktober erklärte, geschah nach Angaben der Stadt unabhängig davon.

Der Kunstpalast mit einem Etat von 15 Millionen Euro macht ein
jährliches Defizit von rund 2,5 Millionen Euro. Eon unterstützt das Haus bislang mit einem Betriebskostenzuschuss von 1,1 Millionen Euro, hält sich aber eine weitere Subventionierung offen. Grundlage der Förderung ist eine öffentlich-private Partnerschaft zwischen der Landeshauptstadt, Eon und der Metro Group. Der Kunstpalast feierte in diesem Jahr Besucherfolge mit einer El Greco-Ausstellung und einer aktuellen Schau des Fotokünstlers Andreas Gursky.

Zugleich kämpft das Museum mit mehr als 100 000 Objekten von Glas über Grafik bis zu Bildern und Skulpturen seit Monaten mit einem Wasserschaden. Ein Teil des erst im Mai 2011 nach einer umfangreichen wiedereröffneten Sammlungsteils bleibt weiterhin geschlossen. Frühestens 2014 könne das betroffene zweite Obergeschoss wieder bezogen werden, sagte Wismer.

Rund ein Viertel der dort bisher gezeigten Werke des 19. und 20. Jahrhunderts wird ab Freitag in einem anderen Saal präsentiert. Dabei handele es sich um etwa 80 Werke von der Düsseldorfer Malerschule über den Expressionismus bis zur Gegenwartskunst. "Die Sanierung hat sich nicht bewährt", sagte Wismer. "Ein Ende ist nicht absehbar." Im kommenden Sommer feiert das Museum sein 100-jähriges Bestehen. dpa

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