Kirchen protestieren gegen Karikatur

Eine Jesus-Karikatur in Kassel ist von mehreren Kirchen scharf kritisiert worden - sie sehen religiöse Gefühle verletzt.

"Was ich schwierig finde, ist, wenn eine Karikatur das Zentrum des Glaubens verunglimpft", erklärte die Stadtdekanin der Evangelischen Kirche, Barbara Heinrich. Ähnlich äußerte sich laut "Hessischer/Niedersächsischer Allgemeinen" (HNA) auch die katholische Kirche. Die Kirchenvertreter stoßen sich an einem Werbeplakat, auf dem der Künstler Mario Lars eine Stimme aus dem Himmel zu Jesus am Kreuz sagen lässt: "Ey... Du... Ich hab deine Mutter gefickt". Es weist auf die Ausstellung "Caricatura VI: Die Komische Kunst - analog, digital, international" hin, die noch bis zum 16. September in Kassel zu sehen ist.

Heinrich betonte, sie habe nichts gegen Karikaturen über kirchliche Amtsträger oder die Organisation, aber es sei eine Grenze überschritten, wenn religiöse Gefühle verletzt würden. Sie forderte die Caricatura auf, nicht die Karikatur aus der Ausstellung, wohl aber das Werbeplakat zu entfernen. Der Geschäftsführer der Caricatura, Martin Sonntag, verteidigte das Plakat. Es liege im Wesen von Karikaturen, dass sie aneckten. "Wir können aber nicht bei jeder Beschwerde die Karikatur abhängen." Die Kirche solle "die Kirche im Dorf lassen", sagte der Künstler im Interview der HNA. dpa

aktuellere News:
< Comiczeichner Sergio Toppi gestorben >

nächste News:
< Elbphilharmonie frühestens 2015 fertig >


Abo