Künstler-Fotograf Manfred Leve tot

Der Fotograf Manfred Leve, der die künstlerischen Anfänge von Künstlern wie Joseph Beuys bis Gerhard Richter dokumentierte, ist im Alter von 75 Jahren gestorben.

Der promovierte Jurist wurde am Freitag in Düsseldorf beigesetzt, wie das Museum Kunstpalast mitteilte. Der 1936 in Trier geborene Leve war vergangenen Samstag in Nürnberg nach langer Krankheit gestorben. Dort hatte er seit 1969 gelebt.

Leve fotografierte in den 1950er und 60er Jahren Künstler wie
Beuys, Richter, Nam June Paik, Sigmar Polke und Blinky Palermo bei der Arbeit in ihren Ateliers. Er dokumentierte mit der Kamera flüchtige Performances und Happenings der späteren Kunststars sowie Galerie-Eröffnungen und Ausstellungen. Auch Darbietungen experimenteller Musik wie etwa eine Aufführung von John Cage in einer Düsseldorfer Galerie hielt Leve 1958 fotografisch fest. Die Nahaufnahmen der jungen Künstler, die später weltberühmt wurden, gehören zu den spannendsten Quellen der deutschen Nachkriegs-Kunstgeschichte.

Fotografen wie Leve, Erika Kiffl oder die 2010 gestorbene Ute Klophaus waren nicht nur befreundet mit den Künstlern, sie waren sichauch in gegenseitiger künstlerischer Wertschätzung verbunden. Die Fotografen wurden nach Expertenmeinung gleichsam zu Teilnehmern der avantgardistischen Kunstaktionen, so dass ihre Aufnahmen mehr als nur sachliche Zeitdokumente darstellen.

Bilder von Leve, der im Rheinland aufwuchs und die Fotografie von Kunstaktionen als Nebentätigkeit zu seiner Arbeit als Jurist betrieb, waren bereits weltweit in Museen zu sehen, unter anderem in der Nationalgalerie Berlin und im Guggenheim Museum New York. Leve war Mitbegründer des Archivs der künstlerischen Fotografie der rheinischen Kunstszene (AFORK), einer einzigartigen Sammlung ausinzwischen rund 6000 Fotos von den 50er Jahren bis heute. dpa

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