Berliner Museumsstreit: Neumann wägt ab

Im Streit um das geplante Museum der Moderne in Berlin hat Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) eine Prüfung von Alternativen zugesagt.

Dabei brachte er am Dienstag eine Nutzung des Kronprinzen- und Prinzessinnen-Palais am Boulevard Unter den Linden ins Gespräch. Das Kronprinzenpalais war von 1919 bis 1939 das damals erste Museum für zeitgenössische Kunst weltweit. Heute wird es für Ausstellungen und Kulturveranstaltungen genutzt.

Nach bisheriger Planung soll für das neue Museum der Moderne die hochkarätige Sammlung Alter Meister von der Gemäldegalerie am Potsdamer Platz vorübergehend in das – allerdings zu kleine – Bode-Museum wandern. Der Plan hat einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Eine vom US-Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger initiierte Protestpetition fand inzwischen im Internet fast 10 000 Unterstützer.

Neumann erklärte, er nehme die Kritik ernst. Er sei sich mit den Beteiligten einig, dass keine übereilten Entscheidungen getroffen würden, sondern man eine tragfähige Lösung vorschlagen werde. "Hierbei werden selbstverständlich auch der Kultur- und Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages einbezogen", versicherte Neumann. Er gehe davon aus, dass im Stiftungsrat der zuständigen Preußen-Stiftung im Herbst eine Gesamtplanung vorgelegt werde.

Der US-Kritiker Hamburger betonte in einem Beitrag für die
"Berliner Zeitung" (Dienstag), die Sammlung Alter Meister sei
weltweit nahezu ohne Vergleich. Sie nur zu einem Viertel oder zur Hälfte ins Bode-Museum zu pferchen, sei "schlicht unannehmbar". dpa

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