Berg: Robert Fleck spricht "Unwahrheit"

Mit harter Kritik reagiert Stephan Berg, Direktor des Kunstmuseums Bonn, auf Aussagen von Bundeskunsthallen-Chef Robert Fleck zu der umstrittenen Kiefer-Ausstellung in der Bundeskunsthalle.

Dem "Bonner General-Anzeiger" sagte Berg im Interview: "Robert Fleck hat die Unwahrheit gesprochen." Berg habe Robert Fleck schon lange im Vorraus von der Kiefer-Ausstellung abgeraten, so der "Bonner Generalanzeiger". Die Ausstellung "Am Anfang. Anselm Kiefer. Werke aus dem Privatbesitz Hans Grothe" ist seit heute geöffnet. Berg, der Mitglied des Programmbeirates der Bundeskunsthalle ist, habe mit vielen Argumenten versucht, Fleck von dem Kiefer-Projekt abzubringen. Es sei dem Ruf und der Integrität der Bundeskunsthalle abträglich, exklusiv mit nur einem Sammler zusammenzuarbeiten. Berg hielt und hält das für "höchst bedenklich", zumal bei Grothe, der seine privaten Kiefers zeigt, "Partikularinteressen bestehen".

Fleck wiederum hatte am Wochenende in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" und auch im Interview mit art gesagt, er habe vom Kunstmuseum Bonn "positive Signale" für die Ausstellung erhalten. "Wir haben im Vorfeld mit den Kollegen vom Kunstmuseum Bonn gesprochen", sagte Fleck, "keiner hatte Vorbehalte gegen unsere Ausstellung - selbst Dieter Ronte nicht, der ehemalige Direktor des Kunstmuseums."
Hintergrund des Streits ist vor allem die Geschichte der Sammlung Grothe, aus deren Bestand von Kiefer-Werken die Ausstellung in der Bundeskunsthalle hauptsächlich bestückt wird. Eigentlich war sie bis 2025 vertraglich an das Kunstmuseum Bonn gebunden. Der Duisburger Bauunternehmer Hans Grothe hatte sie 2005 aber verkauft, die neuen Eigentümer beendeten 2007 die Leihgabe an das Kunstmuseum Bonn. Auch die Person des Chef-Kurators der aktuellen Kiefer-Ausstellung ist umstritten. Walter Smerling soll als Berater von Hans Grothe geholfen haben, Kunstwerke durch Museumsausstellungen zu adeln und dann weiterzuverkaufen. Mit seinem Verein "Stiftung für Kunst und Kultur e.V. Bonn" und der Ausstellung "Zeitenwenden" hatte er zudem 1999 für einen Millionenverlust und einen Finanzskandal im Kunstmuseum gesorgt. Dennoch ließ ihn die Bundeskunsthalle nun als Kurator der Kiefer-Ausstellung zu. art



Der Bericht des Bonner General-Anzeiger

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