Ai Weiwei lädt Polizisten nach Hause ein

Der regimekritische Künstler Ai Weiwei aus China hat Polizisten eingeladen, bei ihm zuhause im Büro zu arbeiten.

Die chinesische Polizei habe ihre Macht unter Beweis gestellt, sagte der 55-Jährige der «Stuttgarter Zeitung» (Dienstag). «Ich habe keine andere Wahl, als ihre Anweisungen zu befolgen. Aber ich lerne aus diesen Schwierigkeiten und entwickle dadurch eine neue Denkweise,
eine neue Art der Kommunikation.» Ai Weiwei war im vergangenen Jahr zwei Monate an einem unbekannten Ort gefangen gehalten worden.

Zu den Polizisten habe er gesagt: «Dass ihr mich ständig
ausspioniert, ist völlig ineffizient. So bekommt ihr doch gar nicht all die Informationen, die ihr wollt, oder ihr zieht daraus die falschen Schlüsse. Also zieht doch bei mir ein.» Sie könnten bei ihm wohnen und arbeiten, lud Ai Weiwei ein. «Ich mache meine Arbeit und ihr eure. Dann könnt ihr genau beobachten, was ich tue und wer ich bin.» Auch wenn er eines Tages wieder reisen dürfe, sollten die Polizisten ihn als persönliche Assistenten begleiten und «auf mein Benehmen aufpassen», schlug der Künstler vor. «Aber natürlich
haben sie meine Einladung nicht angenommen.» dpa

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