Elbphilharmonie: Täuschungsvorwürfe

Neue Unterlagen könnten den ehemaligen Hamburger Senat in Sachen Elbphilharmonie in Bedrängnis bringen.

"Möglicherweise wurde die Bürgerschaft über die Hintergründe der Kostensteigerungen für das Konzerthaus getäuscht", sagte der Vorsitzende des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses (PUA) zur Elbphilharmonie, Ole Torben Buschhüter (SPD), am Freitag der dpa. Dabei geht es um Nachtragszahlungen an den Baukonzern Hochtief im Jahr 2008 in Höhe von 107 Millionen Euro. Der damalige schwarz-grüne Senat hatte der Bürgerschaft mitgeteilt, externe Gutachter hätten die Forderungen aus dem Nachtrag 4 geprüft und abgesegnet. Jetzt stelle sich heraus, dass die Gutachten erst nachträglich erstellt worden seien.

Ein Zeuge vom Generalplaner Herzog und de Meuron habe außerdem am Donnerstagabend im Untersuchungsausschuss berichtet, dass das Ausmaß der Vertuschung noch viel größer sei. "Nachträglich seien von Herzog und de Meuron 60 Aktenordner zusammengestellt worden", sagte Buschhüter. Dies sei auf Wunsch der städtischen Realisierungsgesellschaft (ReGe) geschehen und die Unterlagen auf November 2008 rückdatiert worden. Im Frühjahr 2009 hatte die Bürgerschaft den Senat aufgefordert, die Akten zum Nachtrag 4 vorzulegen. Mit diesem war der Preis für die Stadt von 114 auf 323 Millionen Euro gestiegen, wovon Hochtief 107 Millionen Euro erhielt.

Die Bauarbeiten auf der Baustelle der Elbphilharmonie ruhen bereits seit November 2011, weil die Stadt Hamburg als Bauherrin und der Hochtief-Konzern über die Sicherheit des Daches sowie Verzögerungen und Mehrkosten streiten. Die Stadt Hamburg hat Hochtief bis zum 31. Mai ein Ultimatum gesetzt, um das Dach abzusetzen. Sollte dies nicht geschehen, behalte sich die Stadt vor, von ihren Kündigungsrecht Gebrauch zu machen. dpa

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