Rom: Maxxi-Museumsleitung tritt zurück

Die Leitung des Museums für zeitgenössische Kunst (Maxxi) in Rom ist zurückgetreten.

Das Haus, dessen Baukosten 150 Millionen Euro betrugen, wurde vor zwei Jahren eingeweiht und organisierte bisher 38 Ausstellungen. Mit dem Maxxi hatte die Hauptstadt Italiens endlich ein Museum für zeitgenössische Kunst, das sich international sehen lassen konnte. Nun ist seine Zukunft ungewiss. Die Maxxi-Direktion erfuhr erst aus den Nachrichten, dass im Ministerium eine kommissarische Verwaltung für das Museum geplant wurde. Als Grund wurde eine Verschuldung von 700 000 Euro angegeben. "Davon kann keine Rede sein", sagt Stefano Zecchi, Ästhetikprofessor und Berater des Maxxi, "bis Ende 2011 haben wir sogar Gewinne gemacht."

Pio Baldi, Präsident der Museums-Stiftung und die Mitglieder des Verwaltungsrats legten gestern ihre Ämter nieder. Pio Baldi hatte dem Museum trotz des kleinen Budgets innerhalb von zwei Jahren zu einem guten Ruf verholfen. Noch unter Berlusconi waren die staatlichen Zuschüsse für das Maxxi von 7 Millionen Euro jährlich auf 4 Millionen Euro heruntergeschraubt worden. Für 2012 waren nur noch zwei Millionen Euro vorgesehen.

Kulturminister Lorenzo Ornaghi hat nun die Generaldirektorin seines Ministeriums, die Architektin Antonia Pasqua Recchia für vier Monate mit der kommissarischen Verwaltung des Maxxi beauftragt. Hinter der Entscheidung, einen so fähigen Museumsleiter wie Pio Baldi auszutauschen, werden politische Gründe vermutet. Dem rechtsliberalen Kulturminister sei der linke Museumsmann nicht genehm gewesen. U.D.

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