Nationalmuseum gibt Raubkunst zurück

Das Bayerische Nationalmuseum gibt eine wertvolle Bronzestatue an die Tochter eines von den Nazis in Auschwitz ermordeten jüdischen Kunsthistorikers zurück.

Das teilte Erbenanwalt Markus Stötzel am Mittwoch mit. Der Kunstsammler August Liebermann Mayer war unmittelbar nach der Machtübernahme der Nazis von der Gestapo festgenommen worden, seine umfangreiche Kunstsammlung wurde konfisziert - angeblich wegen Steuerschulden. Die Kunstwerke aus seinem Besitz wurden versteigert. Das Nationalmuseum kaufte die barocke Bronzestatue, die den Gott Merkur darstellt, nach Angaben des Anwalts im Jahr 1937 am Kunstmarkt.

Mayer wurde zunächst wieder freigelassen und verließ Deutschland. 1944 wurde er in Monte Carlo erneut von der Gestapo verhaftet und im März 1944 in Auschwitz ermordet. Seine Tochter überlebte den Holocaust und wanderte in die USA aus. Sie bekommt die wertvolle Bronzestatue nun zurück. Im Mai 2010 hatten bereits die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen vier Gemälde, die sich bis 1933 ebenfalls im Besitz Mayers befunden hatten, an die Tochter zurückgegeben.

Mayers Kunstsammlung ist nach Angaben Stötzels inzwischen weltweit verstreut, weitere Sammlungsstücke seien mittlerweile identifiziert worden. Die Entscheidung über ein Stillleben von Juan Sanchez Cotán im Art Institute in Chicago stehe noch aus.

Das Bayerische Nationalmuseum hat bereits hochwertigen Ersatz für die Bronzestatue gefunden. Wie das Museum schon am Montag mitteilte, kehrt eine andere Merkur-Plastik aus der Zeit vor 1600 ins Museum zurück. Mehr als 50 Jahre lang hatte das Nationalmuseum sich um den Kauf bemüht.dpa

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