Pieper: Mehr Kunstfreiheit für China

Die chinesische Führung sollte nach Ansicht der Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Cornelia Pieper (FDP), im Umgang mit Kritikern und Künstlern mehr Toleranz zeigen.

Bei einem Besuch zum Abschluss der deutschen Ausstellung "Kunst der Aufklärung" in Peking sagte Pieper am Dienstag vor Journalisten: "Wir hätten uns gewünscht, dass sich die chinesische Regierung mehr öffnet und auch kritischen Künstlern mehr Freiheit gewährt."

So wäre es "ein Zeichen", wenn die Beschränkungen für den berühmten chinesischen Künstler Ai Weiwei aufgehoben würden, sagte Pieper. Seine zweimonatige Inhaftierung vor einem Jahr hatte den Beginn der Ausstellung überschattet. "Der Wert der Freiheit in Kunst und Kultur kommt hier nicht zum Tragen und wird nicht anerkannt, weil er nicht zu dieser Regierung und diesem System gehört."

Trotz aller Differenzen müsse der deutsch-chinesische Dialog aber auch zu Kulturfragen fortgesetzt werden. "Es ist immer besser, man bleibt im Gespräch." Der im Begleitprogramm der Aufklärungs-Ausstellung über die Mercator-Stiftung organisierte Dialog solle daher fortgesetzt und intensiviert werden. Auch kritische Künstler müssten hier eine Plattform bekommen.

Die Staatsministerin zog eine positive Bilanz des zehn Millionen Euro teuren, bisher größten deutschen Kulturprojekts in China. Es war zu zwei Drittel vom Auswärtigen Amt finanziert. "Die Ausstellung hat das Ziel erreicht, das wir uns gesetzt haben." Die Zahl der Besucher sei mit fast einer halben Million beachtlich gewesen.
Die Ausstellung, die am 31. März ihre Pforten schließt, wurde in Deutschland kontrovers diskutiert. Es war ein gemeinsames Projekt der Staatlichen Museen zu Berlin, der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München mit dem chinesischen Nationalmuseum. dpa

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