Michael Neff

Berlin

Neue Kunstmesse für Berlin?
Michael Neff plant ein exklusives, kuratiertes Messekonzept für Berlin (Foto: Maik Scharfscheer)

NEUE KUNSTMESSE FÜR BERLIN?

Der Frankfurter Galerist Michael Neff, ehemaliger Leiter der "Fine Art Fair Frankfurt" und Koordinator des Berliner "Gallery Weekend", plant eine große Austellung mit 50 Galerien in Berlin.
// UTE THON

Die Frage lag schon länger in der Luft: Was macht Michael Neff, der umtriebige Frankfurter Galerist und Kunstberater, eigentlich in Berlin? Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Er plant eine neue Kunstmesse – oder auch nicht. Die "Art Berlin Contemporary", kurz "ABC" soll bereits im September erstmals in den denkmalgeschützten Hallen des alten Postbahnhof am Berliner Gleisdreieck stattfinden, mit 50 teilnehmenden Galerien und einer kuratierten, kojenfreien Präsentation. "Ich sehe das nicht als Messe, sondern als spannende Ausstellung und Ergänzung zum Gallery Weekend", erklärte Neff seine Idee gegenüber art. Dass die ausgestellten Werke bei den Galerien auch erworben werden können, versteht sich jedoch von selbst.

Mit einem ähnlichen Konzept ist Neff in Frankfurt kürzlich gescheitert. Dort wollte er mit der "Fine Art Fair" eine kleine, feine Nischenmesse für zeitgenösssiche Kunst etablieren. Doch nach zwei Ausgaben zog die Frankfurter Messegesellschaft die Reißleine: zu wenige Besucher, zu wenige Verkäufe. In Berlin kann sich Neff nun aber auf ein attraktiveres Galeriennetzwerk stützen – und auf die Magnetwirkung einer weltweit bekannten Kunstmetropole. Derzeit organisiert Neff das Berliner Gallery Weekend, eine Marketingaktion von 35 führenden Berliner Galerien, die in diesem Jahr vom 2. bis 4. Mai das internationale Kunst-Jetset zu gemeinsamen Eröffnungen und Parties einladen.

Zum Saisonstart im Herbst (4. bis 7. September) soll die Idee des glamourösen Galerienwochenendes mit einer hochkarätigen Sonderschau im Postbahnhof zum messeähnlichen Event aufgewertet werden. Zwar betont Michael Neff, dass seine Veranstaltung "in kleinem Fall als Konkurrenz oder Gegenveranstaltung zum Art Forum Berlin" verstanden werden soll. Fraglich ist jedoch, wie viele der beteiligten Galerien dannach noch die Notwendigkeit sehen, an dem nur knapp zwei Monate später stattfindenden "Art Forum" teilzunehmen. Zumal es hinter den Kulissen der Berliner Kunstmesse seit einigen Monaten kriselt. Da wird öffentlich über die Nachfolge von Messechefin Sabrina van der Ley diskutiert, während sie sich im Mutterschaftsurlaub befindet. Zudem wurde der Termin überraschend von Anfang Oktober auf November verschoben, also nach der Londoner "Frieze" und ziemlich dicht am Termin der "Art Basel Miami Beach".

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