Auguste Rodin in Paris

Mann mit Einfluss

Mehrere Generationen von Künstlern beeinflusste der Künstlerstar Auguste Rodin mit seinen Werken. Zum 100. Todestag wird der französische Meister-Bildhauer ausführlich gefeiert. Auch seine berühmtesten Werke werden gezeigt.

Schon zu Lebzeiten war Auguste Rodin (1840 bis 1917) ein Superstar und einer der bekanntesten Künstler seiner Zeit. Im Jahre 1900 war er finanzkräftig genug, um zur Weltausstellung in Paris im Alleingang seine ganz persönliche Leistungsschau, vor allem mit Gipsmodellen, zu organisieren.

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Er empfing in seinem Atelierhaus in Meudon zahlreiche Prominente, darunter den englischen König. Und benutzte souverän die "Social Media" seiner Zeit, also Druckpresse, Fotografie und sogar Film, ließ er sich doch neben Claude Monet oder Edgar Degas bei der Arbeit filmen.

1916 machte er schließlich dem französischen Staat eine große Schenkung und durfte sich dazu das passende Museum selbst aussuchen: ein Pariser Stadtpalais mit Park, das bis heute als Musée Rodin, neben dem Invalidendom gelegen, jährlich Hunderttausende Besucher empfängt. "Die Natur sei eure einzige Göttin", forderte Rodin, der den menschlichen, vor allem den weiblichen Körper immer in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellte, von seinen Schülern. Dass er bis heute aus der Kunstgeschichte nicht wegzudenken ist und kaum ein gegenständlicher zeitgenössischer Bildhauer ohne die Auseinandersetzung mit ihm auskommt, will zum 100. Todestag eine umfassende Ausstellung im Grand Palais beweisen.

Gezeigt werden rund 200 Werke Rodins. Zusätzlich werden sein Einfluss und seine Aktualität bis in die Gegenwart belegt mit Arbeiten von Constantin Brâncusi bis Alberto Giacometti, Joseph Beuys bis Georg Baselitz und Antony Gormley. Dabei spielen neben berühmten Schlüsselwerken wie "Der Denker" oder "Der Kuss" seltenere, weniger bekannte Skulpturen Rodins wie "Maske von Camille Claudel und die linke Hand von Pierre de Wissant" eine wichtige Rolle. Und natürlich seine Zeichnungen, die man durchaus als indirekte Vorläufer des deutschen Expressionismus sehen kann. Ebenso nahm Rodin in seinen Collagen und Fragmentationen später von Matisse oder Picasso benutzte Techniken vorweg, und früh – ab den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts – verwandte er systematisch Fotografien nicht nur als Hilfe für seine bildhauerische Arbeit, sondern auch als künstlerisches Nebenprodukt.

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Parallel zum Grand Palais geht das frisch renovierte Musée Rodin mit der Ausstellung "Kiefer – Rodin" auf die Übereinstimmungen zwischen dem in Frankreich lebenden deutschen Künstler Anselm Kiefer und dem Vater der modernen Plastik ein.

Auch hierzulande ist der 100. Todestag des großen Bildhauers Anlass für Ausstellungen: So präsentiert die Kunsthalle Bremen vom 7. März bis 11. Juni eine Schau mit Rodin-Werken aus der eigenen Sammlung, und die Alte Nationalgalerie in Berlin wartet diesen Herbst mit einer kleinen Ausstellung zu Rodins Bronze "Der Held (Der Mensch und sein Genius)" auf.

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