Vermisst. Der Turm der blauen Pferde

Verschollenes Meisterwerk

Ein seit 1945 verschollenes Werk von Franz Marc ist der unsichtbare Star einer Doppelausstellung in Berlin und München. Der "Der Turm der blauen Pferde" gilt als Schlüsselwerk des Expressionismus und ging in den Nachkriegswirren verloren.

Unter dem Titel "Vermisst. Der Turm der blauen Pferde von Franz Marc" sind in Berlin Werke von zeitgenössischen Künstlern zu sehen. Sie werfen mit Mitteln der Malerei, Skulptur, Video, Fotografie, Installation und mit Texten neue Fragen rund um den Mythos und Verbleib des "Turms der blauen Pferde auf", wie das Haus am Waldsee in Berlin mitteilte. Dort ist die Schau vom Freitag (3. März) an zu sehen, in der Staatlichen Graphischen Sammlung München vom 9. März an.

Die Exponate in Berlin kommen etwa von Norbert Bisky, Birgit Brenner, Marcel van Eeden, Arturo Herrera, Via Lewandowsky, Rémy Markowitsch, und Tobias Rehberger. Für München haben unter anderem Viktoria Binschtok, Jana Gunstheimer, Almut Hilf, Thomas Kilpper und Dierk Schmidt Arbeiten beigesteuert.

Franz Marc, Blaues Pferd I, 1914
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Das 1913 entstandene Schlüsselwerk des deutschen Expressionismus war kurz nach seiner Entstehung auf dem Herbstsalon der Sturm Galerie in Berlin ausgestellt worden. 1919 kaufte es die Berliner Nationalgalerie an. Nach einer kurzen Präsentation auf der Nazi-Ausstellung "Entartete Kunst" 1937 in München ging es in der Nachkriegszeit in Berlin verloren. Es wird vermutet, dass es in den Nachkriegswirren zerstört wurde, oder als "Beutekunst" nach Russland kam, oder illegal in die USA mitgenommen wurde. Es gab auch Stimmen, die das Werk in einem Zürcher Banksafe wähnen.

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