Vermisst. Der Turm der blauen Pferde

Verschollenes Meisterwerk

Ein seit 1945 verschollenes Werk von Franz Marc ist der unsichtbare Star einer Doppelausstellung in Berlin und München. Der "Der Turm der blauen Pferde" gilt als Schlüsselwerk des Expressionismus und ging in den Nachkriegswirren verloren.
Verschollenes Meisterwerk

Via Lewandowsky: "You, You, You, Unforgettable Blue", 2017, Ausstellungsansicht im Haus am Waldsee

Unter dem Titel "Vermisst. Der Turm der blauen Pferde von Franz Marc" sind in Berlin Werke von zeitgenössischen Künstlern zu sehen. Sie werfen mit Mitteln der Malerei, Skulptur, Video, Fotografie, Installation und mit Texten neue Fragen rund um den Mythos und Verbleib des "Turms der blauen Pferde auf", wie das Haus am Waldsee in Berlin mitteilte. Dort ist die Schau vom Freitag (3. März) an zu sehen, in der Staatlichen Graphischen Sammlung München vom 9. März an.

Die Exponate in Berlin kommen etwa von Norbert Bisky, Birgit Brenner, Marcel van Eeden, Arturo Herrera, Via Lewandowsky, Rémy Markowitsch, und Tobias Rehberger. Für München haben unter anderem Viktoria Binschtok, Jana Gunstheimer, Almut Hilf, Thomas Kilpper und Dierk Schmidt Arbeiten beigesteuert.

Franz Marc, Blaues Pferd I, 1914
Übersicht zu allen Artikeln und aktuellen Ausstellungen mit Franz Marc

Das 1913 entstandene Schlüsselwerk des deutschen Expressionismus war kurz nach seiner Entstehung auf dem Herbstsalon der Sturm Galerie in Berlin ausgestellt worden. 1919 kaufte es die Berliner Nationalgalerie an. Nach einer kurzen Präsentation auf der Nazi-Ausstellung "Entartete Kunst" 1937 in München ging es in der Nachkriegszeit in Berlin verloren. Es wird vermutet, dass es in den Nachkriegswirren zerstört wurde, oder als "Beutekunst" nach Russland kam, oder illegal in die USA mitgenommen wurde. Es gab auch Stimmen, die das Werk in einem Zürcher Banksafe wähnen.

Vermisst: Der Turm der blauen Pferde von Franz Marc – Zeitgenössische Künstler auf der Suche nach einem verschollenen Meisterwerk
Künstler wie Martin Assig, Norbert Bisky, Christian Jankowski oder Tobias Rehberger wie auch die Schriftstellerin Julia Franck machen sich auf die Suche nach dem bis heute verschwundenen Meisterwerk der Klassischen Moderne und präsentieren ihre Ergebnisse in der Schau. Ein Kooperationsprojekt mit der Staatlichen Graphischen Sammlung München (9.3.–5.6.)
Haus am Waldsee – Internationale Kunst in Berlin ,  Berlin